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Das sagen die regionalen Parteien zur Zweisprachigkeit in den Schulen

Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

von unsereRegion
am

Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

Der zehnte und letzte Teil behandelt folgende Frage zum Thema Bildung:

  • Wie beurteilt Ihre Partei die Situation im Bereich der Bildung in Bezug auf die Zweisprachigkeit (zweisprachige Klassen, Schulprojekte, Sporttage usw.)? Welche Ideen verfolgt Ihre Partei, um die Zweisprachigkeit zu fördern?

FDP Murten und Umgebung

«Angebote und Massnahmen zur Förderung der Zweisprachigkeit werden von unseren Schulen bereits heute angeboten. Wir denken da an die gemeinsamen Sport- und Kulturwochen, die Sporttage, das Sport- und Musikangebot im Rahmen des Kadettenwesens, usw. Zweisprachige Klassen fanden jedoch nur wenig Resonanz bei den Eltern. Sämtliche Angebote müssen kontinuierlich verifiziert und bei Bedarf an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden.»

glp See

«Die Zweisprachigkeit ist ein Trumpf in unserer Region. Zweisprachige Klassen sind in unseren zweisprachigen Schulkreisen auf der frühesten Stufe einzuführen. Den jungen Menschen soll so ein Mehrwert mit auf den Lebensweg gegeben werden. Es müssen innovative, pragmatische Lösungen für die unterschiedlichen Lehrpläne und Unterrichtskulturen gefunden werden. Auch muss für alle Schülerinnen und Schüler ein Akzent auf gemischtsprachige Sporttage, Turnen, Werken und Schulprojekte gelegt werden.»

CVP Region Murten

«Die CVP Region Murten begrüsst im Grundsatz alle Massnahmen, welche die Zweisprachigkeit fördern und die Schule bildet dazu einen guten Nährboden, um jeweils die andere Sprache näherzubringen, welche dann auch im Austausch zwischen Schülerinnen und Schüler gelebt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es aber unabdingbar, dass der Kanton und die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD) die notwendigen Grundlagen schafft und insbesondere die Mittel für die Umsetzung zur Verfügung stellt.

Die Gemeinde Murten ist faktisch zweisprachig, und hebt es immer wieder hervor. Für die CVP Region Murten reicht es aber nicht, eine zweisprachige Ortsbezeichnung am Bahnhof zu haben, und dass Bürgerinnen und Bürger bei der Gemeindeverwaltung ihre Anliegen auf Französisch vorbringen können. Es ist selbstverständlich, dass die Verwaltung einer zweisprachigen Gemeinde in beiden Sprachen arbeiten kann. Ein Schritt, die Zweisprachigkeit zu fördern, ist die Homepage der Gemeinde, die vollständig auf Deutsch und Französisch verfügbar sein sollte. Im Moment gibt es lediglich ein Résumé «Bienvenue à Morat» unter dem Navigationspunkt «Portrait».»

Grüne See

«Die Grünen fordern eine aktive Entwicklung der Zwei- und Mehrsprachigkeit, sowohl in der Bevölkerung als auch in den Schulen. In der Schule, ab dem Kindergarten könnten gewisse Fächer von einer Lehrkraft der anderen Sprache unterrichtet werden. Zum Beispiel ein Semester Turnen auf Französisch, dann ein Semester BG auf Französisch usw. Für einen weitergehenden Ausbau könnte das Modell und die Erfahrungen der Bieler «Filière Bilingue» als Inspiration dienen.

In der Stadtbibliothek gibt es sehr wenig Bücher auf Französisch, auch für ältere Kinder und Erwachsene. 

Leider wird das Potential einer zweisprachigen Region noch zu wenig als gegenseitige Bereicherung erkannt. Dazu gehören auch, der anderssprachigen Denkweise und Kultur mit einer offenen Einstellung zu begegnen.»

SVP See

«Wir unterstützen die Zweisprachigkeit. Wir sind der Meinung, dass Menschen verschiedener Sprachen aufeinander zugehen, wenn sie das möchten. In den zweisprachigen Murtner Schulen bietet sich der Umgang untereinander auf ganz natürliche Weise an.»

SP See

«Zweisprachigkeit ist ein Trumpf unsere Region. Nur leider sehen das eher die Erwachsenen und Eltern. Schüler*innen stehen vor allem in der Pubertät vor anderen Herausforderungen. Da ist es wichtiger, in einer möglichst homogenen Gruppe Anschluss zu finden, sich unter Peers auszutauschen. Es braucht viel Fingerspitzengefühl, in der obligatorischen Schulzeit zweisprachige Projekte zu verwirklichen. Nachdem ja für diesen Schulstart die Eröffnung einer "filière bilingue" an der OSRM nicht zustande kam, muss nun dringend ein weiterer Anlauf unternommen werden: Und zwar von unten aufbauend. Start mit einem zweisprachigen Kindergarten.»

Dies war der letzte Teil der zehnteiligen Artikelserie. Am 26. September 2021 finden die Wahlen des Gemeinderats und des Generalrats in der Gemeinde Murten statt. unsereRegion wird zeitnah darüber berichten.