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Wahlen 2021: 10 Fragen an die lokalen Parteien – Teil 1

Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

von unsereRegion
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Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

Den Start machen die folgenden zwei Teilfragen zum Thema Umwelt:

1) Wie steht Ihre Partei zum Abfallkonzept der Stadt Murten (öffentliche und private Mülleimer)? Besteht Handlungsbedarf?

2) Wird genug gegen Littering in der Gemeinde Murten getan? Falls nein, welche konkreten Massnahmen schlägt Ihre Partei vor?

SP See

1) «Das System funktioniert weitestgehend gut. Die Mischform zwischen Verursacher*innen-Prinzip (mit den gebührenpflichtigen Säcken) und Beiträgen pro Kopf oder Haushalt, mit denen Grüngut, Sperrgut und kostenlose Entsorgung von Windeln finanziert werden, geht auf. Die verschiedenen Ortsteile der Gemeinde haben unterschiedliche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen, die mit dem Abfallsammelkonzept berücksichtigt werden.»

2) «Littering ist ein gesellschaftliches Phänomen, das die Gemeinde allein nicht in den Griff bekommt. Immer mehr Abfalleimer aufzustellen, ist indirekt eine Einladung, noch unbewusster mit Verpackungsmaterial umzugehen – ein Teufelskreis. Littering kann auf zwei Arten bekämpft werden: Sensibilisierung von Bevölkerung und Jugend – mit Plakaten, Impulsen in den Schulen usw., was bereits gemacht wird, aber sicher noch verstärkt werden kann –, oder dann mit dem konsequenten Beziffern der Kosten von Verpackungsmaterialien – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung bis zur Entsorgung und dem Recycling. Hier kann eine Gemeinde selbst nur indirekt etwas bewirken: durch das Fördern von Unverpackt-Läden u.ä., aber auch durch die Förderung von Mehrweggeschirr bei Festen.»

FDP See

1) «Das Abfallreglement wurde vor zwei Jahren unter Einbezug der Bevölkerung (Umfrage) durch den Generalrat überarbeitet. Es gewährt verursachergerechte Kosten sowie eine hohe Flexibilität für die Bürger. Im Bereich Grüngut konnte bei der letzten Überarbeitung noch keine mehrheitsfähige Lösung gefunden werden. Dies muss demnächst noch nachgeliefert werden.»

2) «Die Gemeinde Murten hat in den letzten Jahren im Bereich Littering etliches optimiert. So wurden zum Beispiel an der Pantschau Abfallstationen eingerichtet und auch sonst die Möglichkeiten zur Abfallentsorgung vergrössert. Was im Zusammenhang mit Littering immer optimiert werden kann, ist die Sensibilisierung der Bevölkerung, zum Beispiel durch gemeinsame Projekte zwischen Gemeinde und Schulen, Vereinen und Firmen (Säuberungsaktion, Clean-up-Day).»

Grüne See

1) «Den Grünen ist wichtig, Abfall nach Möglichkeit gar nicht entstehen zu lassen. So freuen wir uns, dass neu in Murten ein Unverpackt-Laden existiert. Auch das Modell der Kreislaufwirtschaft hat das Ziel, Abfall zu vermeiden. Beim Einkauf sind Produkte zu bevorzugen, welche repariert werden können. Ganz zum Schluss ihrer Lebensdauer sollen sie sich gut recyceln lassen. Hierfür ist auch das Recycling weiter auszubauen. Eine gute Möglichkeit wäre der Ausbau der öffentlichen Abfalleimer mit der Möglichkeit zur Abfalltrennung, so wie es auf der Pantschau oder am Bahnhof bereits der Fall ist.»

2) «Wer mit dem Velo unterwegs ist, sieht regelmässig Aludosen, Getränkeflaschen und andere Verpackungen am Strassenrand liegen. Es ist für uns unverständlich, wie Abfall da – ohne jeden Gedanken an die Landwirt*innen und die Natur – achtlos aus dem Fenster geworfen wird. Nötig ist ein Wandel des Bewusstseins. Massnahmen gegen Littering wie zum Beispiel ein Clean-up Day oder Sensibilisierungskampagnen können dies unterstützen. Auch sollte Littering bei Festen und Veranstaltungen durch die Verwendung von Mehrweggeschirr mit einem Pfandsystem eingedämmt werden.»

CVP Region Murten

1) «Die CVP Region Murten hat im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Fraktion (glp/EVP/CVP) an der Revision des Abfallreglements im Jahr 2018 gearbeitet und Anträge eingereicht, um ein gutes Abfallreglement zu haben. Die Partei wird auch in Zukunft die politischen Instrumente nutzen, um das Konzept, wenn nötig, zu verbessern.»

2) «Es gibt vermutlich keine Patentlösung gegen dieses Problem, sondern Massnahmen, um das Littering zu minimieren. Die CVP Region Murten ist der Ansicht, dass die Gemeinde im Grundsatz genügend gegen Littering unternimmt. Der grosse Einsatz der Mitarbeiter des Werkhofes und die Anzahl von Abfallkübeln auf dem öffentlichen Grund sind Beweis genug. Wir bedauern jedoch, dass ein grosser Teil der Abfallkübel nicht mit einem integrierten Aschenbecher ausgestattet ist. Die CVP Region Murten schlägt Abfallkübel mit integriertem Aschenbecher vor. Somit wird sich vermutlich die Menge der Zigarettenstummel, die oft in der Nähe von oder rund um die Abfallkübel am Boden liegen, verkleinern.»

SVP See

1) «Bezüglich öffentlichen Abfallbehältern muss vor allem an Orten, an denen sich abends und nachts Menschen aufhalten, deren Grösse angepasst werden. Niemand sollte überfüllte Behälter antreffen. Nationale Anreiz- oder Pfandsysteme für PET, Alu, Glas und Take-away-Behältnisse sollten angedacht oder weiterentwickelt werden.»

2) «Genügend grosse Behälter an den richtigen Stellen könnten einen Teil des Litterings vermeiden. Littering müsste in den Schulen stärker thematisiert werden. Erziehung bleibt leider in etlichen Familien auf der Strecke. Die Förderung der Eigenverantwortung kann nur mit dem Einbezug der Beteiligten in Entscheidungs- und Umsetzungsprozessen gelingen. Und das betrifft alle Alters- und Gesellschaftsgruppen.»

glp See

1) «Grundsätzlich ist das Abfallkonzept in Murten mit Sammeltouren für den Haushaltsabfall, Grüngut und Sperrgut sowie der Sammelstelle beim Werkhof umfassend. Aber die Gemeinde muss die Bevölkerung stärker für ein Zero-Waste-Ziel und die Kreislaufwirtschaft sensibilisieren. Angebote wie HIOB und LeihBARaque müssen gefördert werden. Abfall zu sammeln und zu trennen ist gut, Abfall vermeiden noch viel besser!»

2) «Um dem Phänomen des Littering entgegenzuwirken, müssen auf mehreren Achsen Massnahmen ergriffen werden: 1. Aufklärung/Prävention (Schule/Vereine/Plakate) / 2. Abfallsammelbehälter auf öffentlichem Grund (inkl. Glas) / forcierter Verkauf von Gebührensäcken bei Littering-Hotspots / 3. Veranstaltungen auf öffentlichem Grund nur mit Pfand-Geschirr / 4. Kontrollen/Verbote/Bussen»

Nächstes Wochenende erscheint der zweite Teil der Artikelserie mit einer Frage zum Thema Wirtschaft: Wie steht Ihre Partei zum Denkmalschutz der Gemeinde Murten? Braucht es stärkere oder weniger tiefgreifende Regelungen?