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So stehen die regionalen Parteien zum Thema Armut in Murten

Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

von unsereRegion
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Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

Der dritte Teil behandelt die folgende Frage zum Thema Soziales:

  • Sollen von Armut betroffene Menschen in der Region stärker oder weniger stark unterstützt werden (z.B. mit höheren Kinderzulagen, Krankenkassenprämien-Verbilligungen, verbilligten Kita-Plätzen usw.)? Wenn ja, wie konkret?

CVP Region Murten

«Die CVP bzw. Die Mitte setzt sich stark für die Anliegen der Familie ein. So wurden in den letzten Jahren auf kantonaler und eidgenössischer Ebene Vorstösse und Initiativen eingereicht, welche zum Teil erfolgreich waren. Die Partei wird sich auch in Zukunft namentlich für die Familien und von Armut betroffenen Menschen einsetzten. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Handlungsspielraum der Gemeinde eher klein ist. Anliegen, welche eine Besserstellung zum Ziel haben, werden grundsätzlich von den Gewählten im Kanton und Bund vertreten.»

glp See

«Ein gut funktionierender Sozialdienst und niederschwellige Angebote für von Armut betroffene oder bedrohte Menschen sind wichtig. Sozial durchmischte Quartiere, eine gute Integration und Unterstützung von bildungsfernen Gesellschaftsschichten reduziert die durch Armut betroffenen Einwohner. Die Gemeinde kann über die Gemeindereglemente verschiedene Subventionen und Massnahmen vorsehen, um gezielt zu unterstützen (z.B. günstige Kita-Plätze und Tagesschulangebote, Zahnarztkosten, Abgabe der Kultur-Legi usw.) und so das Abgleiten in die Armut verhindern.»

SVP See

«Wer unverschuldet in Armut gerät, soll unterstützt werden. Gleichzeitig soll die Unterstützung auch in Richtung Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess gehen, um wieder eine Selbstversorgung zu ermöglichen, sofern das aus  gesundheitlichen Gründen möglich ist. Jeglicher Missbrauch bei den Sozialhilfen ist zu bekämpfen.»

SP See

«Armut ist in den allermeisten Fällen eine Verknüpfung misslicher Umstände. Die Gesellschaft als solidarische Gemeinschaft soll alles daransetzen, dass im Falle von Not geholfen wird – und zwar auf alle erdenklichen Arten. Gleichzeitig ist die Gesellschaft gefordert, Mechanismen zu bekämpfen, die zu Armut und Abhängigkeit führen – im Sinne des ersten der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Armut muss nicht sein, sicher nicht in unserem reichen Land. Um Menschen zu helfen, aus der Armutsspirale herauszukommen, soll breit und an allen möglichen Fronten gekämpft werden.»

Grüne See

«Vieles ist kantonal oder durch die SKOS-Vorgaben geregelt. Jedoch da, wo die Gemeinde selbst einen Handlungsspielraum hat, soll sie diesen nutzen, um die Chancengleichheit zu fördern. Denn bei einem beachtlichen Teil der Menschen, die durch die Sozialhilfe unterstützt werden, handelt es sich um Familien. Hier ist es wichtig, dass den Kindern gleich gute Bildungschancen eröffnet werden. Bei Jugendlichen ist wichtig, dass sie den Weg in eine Ausbildung finden. Das duale Bildungssystem mit den Berufslehren bietet hier viele Möglichkeiten. Die Grünen unterstützen zu diesen Themen das von 58 Freiburger Organisationen lancierte «Manifest für die Würde». Zudem sollten Kita-Plätze im Kanton Freiburg finanziell stärker unterstützt werden.»

FDP Murten und Umgebung

«Die sozialen Einrichtungen in Murten funktionieren bereits heute sehr gut. Unterstützungsbedürftige Personen erhalten rasch und relativ unkompliziert Hilfe. Durch die angedachte Zusammenlegung der Sozialdienste können Synergien genutzt und die Effizienz dadurch erhöht werden. Optimiert werden kann ein durchgängiges Case-Management zwischen den einzelnen involvierten sozialen Institutionen.»

Nächstes Wochenende erscheint der vierte Teil der Artikelserie mit einer Frage zum Thema Bildung: Vor einigen Jahren fand das Thema Wirtschaft Platz im Lehrplan der Orientierungsschule Region Murten. Gibt es andere Themen, die in den Lehrplan aufgenommen werden müssten?