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So stehen die regionalen Parteien zur Energiestrategie

Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

von unsereRegion
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Im Rahmen der Gemeindewahlen haben wir zehn Fragen vorbereitet, die die lokalen Parteien beantwortet haben. Die Fragen sind gegliedert in die Themen Umwelt, Wirtschaft, Soziales und Bildung.

Der achte Teil behandelt die folgende Frage zum Thema Umwelt:

  • 57 Prozent des im Inland produzierten Stroms stammen aus Nutzung der Gewässer. Dieser Anteil kann kaum noch erhöht werden. Zudem entstehen durch die Abschaltung der AKWs Löcher in der Versorgung. Welche Energiestrategie verfolgt Ihre Partei?

Grüne See

«Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind die Lösung. Damit sind ja mittlerweile alle einverstanden. Bei der Umsetzung gehen die Meinungen noch auseinander. Elektroautos und Wärmepumpen sind viel effizienter als die Autos und Heizsysteme aus dem letzten Jahrhundert. Hier muss die Umstellung gefördert und beschleunigt werden. Der Strom dafür muss aus erneuerbaren Energien kommen. Die Wasserkraft muss in der Schweiz erhalten bleiben, und die Photovoltaik stark ausgebaut werden – damit können wir das Problem von Frühling bis Herbst lösen. Die offene Frage bleibt damit einzig, wie wir zu genügend erneuerbaren Energien im Winter kommen. Dazu braucht es einen Mix aus Holz, Biomasse, Geothermie, Windstrom, aus dem In- und Ausland. Auch Wasserstoff kann hier eine Rolle spielen.

Die Gemeinde Murten soll bei diesem Wandel als positives Beispiel vorangehen und das Energiestadt-Label "Gold" anstreben. Öffentliche Gebäude sind entsprechend mit Photovoltaik-Anlagen, Minergie sowie der Verwendung von nachhaltigen Baumaterialien wie lokalem Holz (Beton ist weltweit für fast zehn Prozent der CO2-Emmissionen verantwortlich) zu planen.»

glp See

«Die Gemeinde Murten steht bezüglich Photovoltaik immer noch in den Kinderschuhen. Auf Gemeindeliegenschaften können Anlagen installiert werden, um den Eigenbedarf zu decken. Zudem kann IB Murten mit Finanzierungsmodellen wie Crowdfunding oder genossenschaftlichen Modelle weitere PV-Anlagen wie jene auf der OS-Schulanlage realisieren und dem Einwohner die Gelegenheit bieten, Teilhaber zu werden und seinen eigenen grünen Strom (auf einem anderen Dach) zu produzieren. Eine Unterstützung zum Bau privater Anlagen, zum Beispiel über ein kommunales Energiereglement, wäre sinnvoll. Auch müssen im Seeland Biogasanlagen gefördert werden. Die Gemeinde kann die raumplanungsrechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen.»

SP See

«Klar riskieren wir, mit der Abschaltung der AKWs in ein Versorgungsloch zu geraten. Schlimmer aber ist, dass wir wegen der langjährigen Versorgung mit Atomstrom ein mindestens zwanzigjähriges Loch in der Forschung und Entwicklung von alternativen, nachhaltigen Energien haben. Dieses Loch gilt es möglichst schnell zu stopfen, im Bereich der Stromproduktion aber auch in der übrigen Energieversorgung. Solarpanels – aus nachhaltiger Produktion – und Windkraft, Energie-Rückgewinnung aus Kompost und Abwasser, Erdwärme – all diese Technologien sollen genutzt und dann intelligent miteinander vernetzt werden. – Dass die Gemeinde Murten mit der IB-Murten ein Kompetenzzentrum Energie vor Ort hat, ist eine grosse Chance.»

SVP See

«Der Trend zu Elektromobilität wird einen gewaltigen Mehrverbrauch verursachen. Dazu unterstützen wir die Entwicklung erneuerbarer Energien an geeigneten Standorten, wo die Belästigungen beschränkt sind. Windenergie kann unsere in der Anflugschneise zum Flughafen Payerne liegende Gemeinde nicht nutzen. Für Photovoltaikanlagen ist das Potential enorm, dies ist aber für Private und Unternehmen wenig lukrativ. Wir sind gegen den Import von hochsubventioniertem europäischem Strom, der die einheimische Stromproduktion aus Wasserkraft ruiniert.»

FDP Murten und Umgebung

«Die Energiestrategie der FDP zeichnet sich aus durch den Glauben an den Fortschritt, der durch Forschung und Innovation vorangetrieben wird. Sie setzt auf die Innovationskraft und Kreativität der involvierten Menschen und Unternehmen. Dafür braucht es Technologieneutralität, funktionierende Märkte und Ideenwettbewerb. Fehlanreize und regulatorische Hindernisse sind konsequent abzubauen. Entsprechend braucht es auf dem Verursacherprinzip beruhende Lenkungsmassnahmen, die Kostenwahrheit herstellen bzw. klare Grenzen der individuellen Freiheit definieren.»

CVP Region Murten

«Die Position der CVP Region Murten deckt sich im Grundsatz mit der Energiestrategie 2050, die dem Volk am 21. Mai 2017 unterbreitet wurde:

  • Ja zu inländischer Stromproduktion
  • Ja zur Förderung der Wasserkraft
  • Ja zu mehr Energieeffizienz
  • Die Energiestrategie stärkt das Schweizer Gewerbe

Die CVP Region Murten befürwortete zum Beispiel das Projekt der Gemeinde, das Label Energiestadt zu erhalten. Zudem befürworten wir im Grundsatz alle Investitionen, welche die Energieeffizienz in der Region Murten steigern bzw. die zu einer Reduzierung des Energieverbrauches auf dem öffentlichen Grund führen.»

Nächstes Wochenende erscheint der neunte Teil der Artikelserie mit einer Frage zum Thema Wirtschaft: Wie steht Ihre Partei zu den Steuern der Gemeinde Murten? Besteht Handlungsbedarf?