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Vermischtes /Kolumne
Kathrin Aebi

Mehrwegverpackungen: Unmotivierte Supermarktketten

Liebe Leserinnen und Leser. Wir versprachen Ihnen Informationen über das Engagement von Umweltorganisationen gegen die Plastikflut und den Berg an Einwegverpackungen, der durch die Händler in den Verkauf gebracht wird.

Liebe Leserinnen und Leser. Wir versprachen Ihnen Informationen über das Engagement von Umweltorganisationen gegen die Plastikflut und den Berg an Einwegverpackungen, der durch die Händler in den Verkauf gebracht wird.

Bei meinen Internet-Recherchen stiess ich auf einen Zeitungsartikel in der Aargauer Zeitung vom 6. November 2019, der sich auf den Bericht «Mehrweg für die Zukunft» der Umweltorganisation Greenpeace und auf eine durch sie lancierte Umfrage bei 1077 Personen in der Deutsch- und Westschweiz bezieht. Die Umfrage lautete, ob die Schweizerinnen und Schweizer bereit wären, Gemüse, Früchte, Getränke und andere Lebensmittel in Mehrwegbehältern einzukaufen. 95% der Befragten bekundeten ihr Interesse und ihre Bereitschaft.
 
In ihrem Bericht geht Greenpeace auf das aktuelle Angebot bei den Detaillisten ein und hält fest, dass Migros, Aldi Suisse und Lidl Schweiz auf Mehrwegbehälter gänzlich verzichten und ausschliesslich auf Einwegbehälter setzten. Volg biete Bier und Sauren Most, Coop einzelne Biersorten in Mehrwegbehältern an. Dasselbe Bild zeige sich bei anderen Lebensmitteln wie Milch und Milchprodukten (Joghurt, Käse), Fleisch, Früchten und Trockenfrüchten; allesamt in Plastik bzw. Einwegverpackungen im Angebot. Mehrwegbehälter aus Glas, wie sie früher vor der massiven Verbreitung von Kunststoff als Verpackungsmaterial üblich waren, sind aus dem Sortiment verschwunden. Die Umweltorganisation Greenpeace habe deshalb die Detailhändler und die Lebensmittelkonzerne dazu aufgerufen, neben dem Ausbau bewährter Mehrwegmodelle auch «innovative Nachfüllsysteme zu entwickeln». Die befragten Detailhändler haben sich zu ihren Zukunftsstrategien unterschiedlich geäussert, ist darin nachzulesen. Während Lidl auf die Anfrage gar nicht reagiert habe, Volg keine Pläne zum Ausbau des Angebots an Mehrwegsystemen in der Zukunft habe, habe Aldi die Einführung wiederverwendbarer Beutel für Früchte und Gemüse (die es bei Migros und Coop bereits zu kaufen gibt) sowie Mehrwegkaffeebecher bei Kaffeeautomaten in Aussicht gestellt. Die Migros habe dies «als wichtiges Ziel zur Reduktion von vermeidbaren Plastikverpackungen» benannt und Coop habe eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um abzuklären, ob und welche Produkte vermehrt in Mehrwegsystemen verkauft werden können.
 
Die Umweltorganisation Greenpeace setze wegen des wenig Innovation versprühenden Umfrageergebnisses auf die Eigeninitiative der Konsumentinnen und Konsumenten, indem diese ihre eigenen Mehrwegbehälter beim Einkaufen mitführen, vor Ort befüllen und die Umverpackungen beim Detaillisten zurücklassen (sofern dies unter dem Gesichtspunkt der Hygiene möglich ist). Unter der Überschrift «Die Mehrwegbehälter-Challenge» (greenpeace.ch) gibt es die verschiedensten Anleitungen dafür, eigene Wege zu gehen und seinen Beitrag für die Reduktion von Abfällen zu leisten.
 
Der WWF bietet in seinem online-Shop diverse Mehrwegbehälter an, die über Wasserflaschen und Brotbüchsen hinausgehen. Ein Blick auf die Homepage lohnt sich. Ich für meinen Teil habe stets Beutel bei meinem Einkauf dabei und scheue mich nicht, Gemüse und Früchte aus den Umverpackungen herauszunehmen und in die mitgebrachten umzufüllen.
 

Welche Anregungen haben Sie, wie Sie der Plastik- und Abfallflut begegnen? Berichten Sie uns in den Kommentaren davon.