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Die drei Oberamtskandidat*innen lieferten sich eine erste Podiumsdiskussion

Am Mittwochabend, dem 23. Juni 2021, fand die erste Podiumsdiskussion zur anstehenden Wahl der Oberamtsperson statt. Die Wahl selbst findet am 7. November dieses Jahres statt. Julia Senti (SP), Christoph Wieland (FDP) und Jean-Claude Goldschmid (SVP) lieferten sich eine spannende Diskussion in Gurmels.

von Joel Rathgeb
am
Daniel Schär hat die Podiumsdiskussion unter den Oberamtskandidat*innen Julia Senti, Jean-Claude Goldschmid und Christoph Wieland (v.l.n.r.) moderiert.

Am Mittwochabend, dem 23. Juni 2021, fand die erste Podiumsdiskussion zur anstehenden Wahl der Oberamtsperson statt. Die Wahl selbst findet am 7. November dieses Jahres statt. Julia Senti (SP), Christoph Wieland (FDP) und Jean-Claude Goldschmid (SVP) lieferten sich eine spannende Diskussion in Gurmels.

Am Mittwochabend, dem 23. Juni 2021, fand anschliessend an die Generalversammlung der SVP Gurmels-Kleinbösingen die erste Podiumsdiskussion zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten für das Oberamt statt. Dieses wird seit 25 Jahren erstmals wieder neu besetzt, nachdem Daniel Lehmann letztes Jahr bekanntgab, nicht mehr zur Wahl anzutreten (unsereRegion berichtete: Daniel Lehmann tritt 2021 als Oberamtmann zurück).
 
Im ersten Teil stellte Daniel Schär, der die Diskussion gekonnt moderierte, den Anwärter*innen Fragen, zu denen jeweils alle drei Stellung nehmen könnten. Die 32-jährige Juristin Julia Senti, der 36-jährige Unternehmer Christoph Wieland und der 45-jährige Versicherungsberater Jean-Claude Goldschmid gaben ein gutes Bild ab. Im zweiten Teil der Diskussion stellte Schär den Politiker*innen einzeln Fragen.

«Wieso braucht es eine Oberamtsperson?»
Goldschmid: «Ich werde mich nun konzentrieren, Oberamtsperson und nicht mehr Oberamtsmann zu sagen, denn schliesslich haben wir eine kompetente Frau als Kandidatin. Wohlbemerkt, in Zürich gibt es dieses Amt nicht mehr. Trotzdem funktionieren die Verwaltungen der Bezirke. Die Oberamtsperson ist vor allem als Mediator tätig, um dort zu vermitteln, wo es Konflikte gibt.»
 
«Man sagt, die Interessen des Seebezirks werden in Freiburg häufig vernachlässigt. Was möchtest du unternehmen, um das zu ändern?»
Senti: «Einerseits muss man auf Französisch politisieren können, damit wir überhaupt gehört werden in Freiburg. Um die Interessen des Seebezirks zu vertreten, würde ich den regen Austausch mit dem Grossrat, aber auch mit den Gemeinderäten suchen. Und natürlich braucht es manchmal politische Kompromisse, um etwas bewegen zu können.»

Mir hat mal jemand gesagt, wenn dich die Staatsräte mögen, machst du deine Arbeit nicht richtig.

                                                        Christoph Wieland

«Die Oberamtsperson wird von den Wählern des Seebezirks gewählt, jedoch vom Kanton Freiburg entlohnt. Wie gehst du mit diesem Interessenskonflikt um?»
Wieland: «Das ist eine der interessanten Aufgaben. Früher wurde die Oberamtsperson ja noch durch den Staatsrat ernannt. Wichtig ist aber, dass sie den Seebezirk vertritt. Die Oberamtsperson ist der Motor des Seebezirks in Freiburg. Mir hat mal jemand gesagt, wenn dich die Staatsräte mögen, machst du deine Arbeit nicht richtig.»

«Gerade hatten wir eine verregnete Soli. Wie hältst du es mit Traditionen?»
Senti: «Ich halte Traditionen hoch. Ich war zum Beispiel fünf Jahre im Büro des Murtenschiessens tätig. Die Tradition ist etwas, das die Bevölkerung des Seebezirks verbindet. Trotzdem soll Neues Platz haben. Ein gutes Beispiel ist die Soli im Livestream. Noch nie habe ich so viel von den Tänzen und vom Defilee gesehen!»

«Ohne nun die aktuelle Verwaltung anzugreifen: Wo siehst du Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung im Oberamt im Zusammenhang mit moderner Technik?»
Wieland: Jeder der mal gebaut hat, kennt es: Man ist bereit und möchte loslegen, dann gibt es unvorhergesehene Blockaden. Ich wurde vor eineinhalb Jahren Geschäftsleiter eines Betriebs. Von dort kenne ich das gut. Wir haben im Vorfeld lange geplant, wie wir den Betrieb effizienter gestalten können. Aber sobald man dann mit der Arbeit anfängt, erkennt man erst die wahre Situation. Da bringen dann die Pläne häufig nicht mehr so viel. Ich möchte es mir deshalb heute nicht anmassen, zu sagen, was man alles verbessern kann. Da könnte ich sicher nach einiger Zeit im Amt klar Auskunft geben.»
 
«Du bist verpflichtet, alle Bewohner*innen des Seebezirks zu vertreten. Wie siehst du in diesem Zusammenhang die Kontaktmöglichkeiten in der Bevölkerung?»
Goldschmid: «Ich finde es ganz wichtig, dass man sich bei allen Menschen zeigt und nicht bei Politikern. Man muss den Menschen auf der Strasse zuhören. Nur so kann man die Menschen verstehen und ihre Interessen kompetent vertreten.»
 
Am Schluss bat Schär die drei Politiker um ein Schluss-Statement:

Senti: «Ich bedanke mich für den heutigen Abend. Ich als Seebezirklerin, Murtnerin und Grossrätin, Generalrätin und Juristin würde mich über die Wahl freuen und bin gespannt, was rauskommt.»
 
Goldschmid: «Ganz egal wie es rauskommt, wir werden auf jeden Fall eine sympathische und kompetente Person im Schloss haben. Unsere Demokratie kann nur funktionieren, wenn es verschiedene Meinungen gibt. In diesem Sinne danke ich euch beiden!»
 
Wieland (antwortet auf französisch): «Ich kannte meine beiden Kontrahenten bis vor kurzer Zeit nur flüchtig. Nun freue ich mich auf den Wahlkampf, er wird intensiv. Ich glaube, wir können viel für den Bezirk rausholen!»
 
Die Wahl um das Oberamt findet am 7. November 2021 statt. unsereRegion hält Sie bis dahin auf dem Laufenden.