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Geht das Wachstum der Gemeinde Murten weiter?

von Guido Kaufmann
am

Dieses Wochenende entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Galmiz, Gempenach und Murten, ob sich die Gemeinde Murten am 1. Januar 2022 nicht nur um die bernische Gemeinde Clavaleyres erweitert, sondern auch noch die Gemeinden Galmiz und Gempenach dazustossen werden. Seit der Fusion von Murten mit Büchslen im Jahr 2013 wuchs Murten bereits um die Gemeindegebiete von Courlevon, Jeuss, Lurtigen und Salvenach. Mit den beiden neuen Mitgliedern Galmiz und Gempenach würde Murten von 8'239 Einwohnerinnen und Einwohner um etwas mehr als 1000 Leute auf 9'284 anwachsen und hätte geographisch wieder ein zusammenhängendes Gebiet im Osten der Gemeinde.

(Quelle: Abstimmungsbotschaft der Gemeinderäte von Galmiz, Gempenach und Murten über die Fusion der Gemeinden)

Seit November 2017 laufen bereits die Gespräche zum Zusammenschluss von Murten mit Galmiz und Gempenach. Die Eckpunkte der gemäss Gemeindebotschaft «intensiv geführten Fusionsverhandlungen» sind in der nun vorliegenden Fusionsvereinbarung verankert worden, über welche die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der drei Gemeinden am Wochenende nun final zu befinden haben. Alle drei Gemeinderäte empfehlen, den Zusammenschluss gutzuheissen.

Während die früheren Fusionsabstimmungen weitestgehend unbestritten waren, regte sich in den letzten Wochen in Galmiz nochmals Widerstand. Eine Komitee Besorgter Bürger aus Galmiz rief die Bevölkerung zur Ablehnung auf. Hauptargumente waren die Aufgabe der Autonomie durch das Wegfallen der Gemeindeversammlung als Diskussionsforum zu wichtigen Themen wie Schule oder Infrastruktur. Ferner das Trinkwasser, das «abgegeben» und zukünftig durch die IB Murten bereitgestellt würde. Und schliesslich auch die Finanzen: Die Gegner befürchten, dass die Steuern, die mit der Fusion von 72% auf 62% sinken würden, in Zukunft wieder steigen könnten. Sie bemängeln auch, dass die Gebühren für Wasser und Kehricht in Murten generell höher seien. Zudem sei die Verschuldung in Galmiz praktisch null, während in Murten die Nettoschuld pro Person bei CHF 1'539 liege. Dem halten die Befürworter aus der Gemeinde gegenüber, dass in Galmiz – wie auch in Gempenach – in den nächsten Jahren grössere Investitionen mit entsprechenden Kosten anstehen würden. Eine Fusion sei aufgrund der heute schon sehr engen Zusammenarbeit bei wichtigen Themen wie beispielsweise Schule, Feuerwehr oder Abwasser absolut sinnvoll. Die Gründung der Dorfvereine trage dazu bei, dass die «Identität und der gesellschaftliche Zusammenhalt in den Dörfern» auch nach einer Fusion gefördert würde, ergänzen die Behörden ferner in ihrer Botschaft.

unsereRegion wird am Sonntagnachmittag berichten, wie die Abstimmung über die Fusion in den Gemeinden Murten, Galmiz und Gempenach ausgefallen ist.