Ein 307-jähriges Uhrwerk, das täglich von Hand aufgezogen wird
Jeder Murtner hört sie unzählige Male schlagen, doch kaum jemand kennt ihre Hintergründe: Die Berntoruhr. Man muss sie Tag für Tag manuell aufziehen, sonst bleibt sie schlicht und einfach stehen. Wer diesen Job macht? Niemand geringeres als das Murtner Urgestein Beat «Dädu» Marthaler. «Es gibt trotzdem noch einige Stedtlibewohner, die sich nach dieser Uhr richten. Wenn sie also stehenbleibt, sorgt das für ein paar rote Köpfe in Murten», erklärt er lachend. Dies sei dann trotzdem schon mal passiert. Was ja auch nur menschlich ist, denn Marthaler zieht die Uhr schon seit 25 Jahren täglich auf!
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1 / 7BildergalerieDas Uhrwerk ist stolze 307 Jahre alt. -
2 / 7BildergalerieDas Uhrwerk der Berntoruhr ist stolze 307 Jahre alt. -
3 / 7BildergalerieMit dieser Kurbel zieht Marthaler das Uhrwerk seit 25 Jahren täglich auf. -
4 / 7BildergalerieDrei schwere Steine dienen dem Uhrwerk als Energiequelle. -
5 / 7BildergalerieFalls einer der Steine runterfällt, ist der Boden durch eine Sandschickt geschützt. -
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7 / 7BildergalerieAus dem Berntor hat man eine atemberaubende Aussicht auf das Stedtli, das Primarschulhaus und den See.
Um das grosse Uhrwerk aufzuziehen, muss man drei schwere Steine ungefähr sechs Meter nach oben ziehen. Dies muss mit roher Muskelkraft erledigt werden, denn Elektronik gibt es im gesamten Uhrwerk keine. Einer der Steine treibt das Uhrwerk an, einer ist für das Schlagen der stündlichen Glocke zuständig. Der Dritte treibt die Glocke an, die jede Viertelstunde schlägt. «Das Uhrwerk ist genau 307 Jahre alt», so Marthaler. «Es ist immer noch das originale Uhrwerk, das damals eingesetzt wurde.» Sogar der Turm sei weniger alt. Dieser stamme aus dem Jahr 1778 und habe somit «erst» 241 Jahre auf dem Buckel.