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Leserbrief: Ja zur Revision der beruflichen Vorsorge

Leserbrief zur Abstimmung vom 22. September «Reform der beruflichen Vorsorge» von Flavio Bortoluzzi

Leserbrief zur Abstimmung vom 22. September «Reform der beruflichen Vorsorge» von Flavio Bortoluzzi

Es ist eine komplexe Sozialversicherungs-Revision, die es leicht macht, die Vorlage zu bekämpfen. Die Argumente der Gegner, aus Kreisen der Gewerkschaften und Linksparteien sind für Kenner der beruflichen Vorsorge in Teilen absurd, um nicht zu sagen inkompetent. Es sind zwei wesentliche Elemente, welche die Revision prägen. Zum Ersten wird der zunehmende Lebenserwartung Rechnung getragen. Das von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam einbezahlte Kapital auf dem persönlichen Vorsorgekonto, muss für eine längere Rentenzeit ausreichen. Zum Zweiten wird das veränderte Arbeitsverhalten mit Teilzeit und Mehrfachbeschäftigung in den Pensionskassen Aufnahme finden. Das heisst, heute nicht, oder bescheiden Versicherte, werden verbessert vorsorgen können.

Der grösste Teil der Versicherten sind nicht betroffen.
Die aktuell Versicherten Arbeitnehmer sind zu 80 oder mehr Prozent nicht, oder in nur geringem Mass betroffen. Einbezogen sind selbstverständlch alle die in der obligatorischen beruflichen Vorsorge versichert sind. Allerdings ohne spürbare Auswirkung auf ihre Vorsorge. Sie sind in einer Pensionskasse, die sich nicht am gesetzlichen Minimum orientiert, sondern sich im sogenannten «Überobligatorium» bewegt. Das heisst, dass die Beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber über das gesetzliche Minimum einbezahlt werden und damit der Herausforderung Lebenserwartung gerecht werden.

Soziale Massnahmen
Der Umwandlungssatz bestimmt die Höhe der Jahresrente. Der aktuelle Satz von 6.8 Prozent wird mit der Vorlage auf 6.0 gesenkt. Das würde heissen, für gut 15 Prozent minimal Versicherte eine Einbusse der Rente von gut 11 Prozent. Um diesen Nachteil aufzufangen, wird während den ersten 15 Jahren, mittels abgestuften Pauschalen Zuschlägen, die drohende Reduktion kompensiert. Kosten jährlich wiederkehren von ca. 800 Millionen Franken, finanziert aus dem von allen gespeisten Sicherheitsfond. Das Ziel der Vorlage die Leistungen zu erhalten und neu Geringverdiener mit einer verbesserten 2. Säule abzusichern, kann als sozialpolitisch vernünftige weiter Entwicklung bezeichnet werden. Es verdient am 22.September an der Urne ein JA.

Flavio Bortoluzzi, Muntelier
Grossrat, Fraktionspräsident SVP