Go back
logo
Kultur /Kolumne
Karin Ledermann

Scheinwerfer an, Vorhang auf! Ein Blick hinter die Kulissen des Kellertheaters – Teil 5

Die Weihnachtspause ist vorbei und die Theatergruppe wieder fleissig am üben. Ich frage mich, ob man nach zwei Wochen 'Ferien' praktisch wieder bei Null anfängt, Text und all das Erlernte nicht etwas verloren geht? Gerti Haymoz, die die Rolle der Emmi Kurowski spielt, verneint. Eine Pause zwischendurch tue ganz gut, das Gelernte könne sich setzen und in Ruhe memorisiert werden. Zudem habe man Gelegenheit, noch fehlende Requisiten zu organisieren. Mich interessiert, was die besonderen Herausforderungen sind, so kurz vor der Premiere? Das Zusammenspiel zwischen Bühne und Technik ist nie eine leichte Aufgabe, erklärt mir Gerti. Die Technik muss abgestimmt und eingerichtet werden, damit sie dann im exakt richtigen Moment eingespielt wird. Ein heikles Unterfangen, das viel Konzentration und sorgfältiges Arbeiten verlangt. Gerade beim diesjährigen Stück, 'Angst essen Seele auf', sei dies eine echte Herausforderung, da die Technik Licht, Bild und Ton bedient.

Um Künstler und Theaterbühnen ranken sich viele Geschichten, was Regeln, Rituale und Aberglaube anbelangt. Mir liegt daran, in kein Fettnäpfchen zu treten und ich will von Gerti wissen, wie abergläubisch die Theatergruppe Murten sei. Na ja, gibt sie zu, auch sie würden sich dreimal über die linke Schulter spucken, sagten niemals 'danke', wenn jemand ihnen Glück wünsche und ein pfeifender Mitspieler würde umgehend zurechtgewiesen. Ist es Aberglaube oder nicht, sinniert sie und meint, dass man das nicht wissen könne, das Gegenteil sei schliesslich nie bewiesen worden.


Damit auch Ihnen kein Missgeschick passieren kann, hier ein paar der wichtigsten Theater-Knigge-Regeln:

  • Pfeifen auf der Bühne ist verboten! (Eine mögliche Erklärung ist, dass früher Gaslampen das Theater beleuchteten. War ein Pfeifen zu hören, hiess dies, dass eine Leitung leckte)
  • Ein Schauspieler trägt nie den eigenen Mantel, Hut oder Schmuck auf der Bühne (aus Respekt vor der Bühne)
  • Auf der Bühne wird nicht gegessen – ausser es gehört zur Szene (auch dies aus Respekt vor der Bühne)
  • Eine schlechte Generalprobe bringt Glück für die Premiere
  • Die Schauspieler wünschen sich niemals Glück vor der Aufführung. Stattdessen sagen sie toi, toi, toi, spucken sich dreimal über die linke Schulter und dies vorzugsweise erst in vollständigem Kostüm und Maske

Ich bin überzeugt, wenn diese paar Regeln befolgt werden, kann wirklich nichts mehr schiefgehen. Aber vorsichtshalber klopfe ich noch dreimal auf Holz und zerschlage ein paar Porzellanteller. Nicht etwa, dass ich abergläubisch wäre, aber sicher ist sicher...