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33 Jahre Innovationsgeist aus Murten ‒ Wie ein kleines Unternehmen Technikgeschichte schrieb – und weiter in die Zukunft denkt

Was Anfang der 1990er-Jahre in Murten mit viel Tüftlergeist begann, hat sich über mehr als drei Jahrzehnte zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte entwickelt. Die Firma Magnetron Labs Merz, gegründet Ende 1992, steht bis heute für innovative Lösungen in der Elektronik und Antriebstechnik.

von René Merz
am

Was Anfang der 1990er-Jahre in Murten mit viel Tüftlergeist begann, hat sich über mehr als drei Jahrzehnte zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte entwickelt. Die Firma Magnetron Labs Merz, gegründet Ende 1992, steht bis heute für innovative Lösungen in der Elektronik und Antriebstechnik.

In den ersten Jahren konzentrierte sich das Unternehmen auf die elektronische Drehzahlsignalaufbereitung für Dieselmotoren für Motorprüfstände (Abb. 1). Schon damals ging es darum, Motoren präziser, zuverlässiger und effizienter zu machen. Ein früher Durchbruch gelang Mitte der 1990er-Jahre mit einer neuartigen Software und Steuerung von Schrittmotoren (Abb. 2). Diese Technik wurde bald in der Industrie eingesetzt und legte den Grundstein für den weiteren Erfolg. 

Im Laufe der Jahre entwickelte sich Magnetron Labs Merz zu einem gefragten Spezialisten für Motorsteuerungen verschiedenster Art (Abb. 3). Die Lösungen des Unternehmens kamen nicht nur in Maschinen und Industrieanlagen zum Einsatz, sondern auch bei bekannten Schweizer (Abb. 4) und internationalen Firmen sowie an Hochschulen. Dabei ging es oft um massgeschneiderte Entwicklungen, die exakt auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten waren. 

Ein besonderes Augenmerk legte das Unternehmen früh auf benutzerfreundliche Bedienung. Bereits Ende der 1990er-Jahre entstand eine der ersten grafischen Benutzeroberflächen in Java für Motorsteuerungen. Die Hardware wurde stetig weiterentwickelt und präsentierte sich 2009 modern und intuitiv – vergleichbar mit der Bedienung eines Smartphones. 
 
Doch Magnetron Labs Merz beschränkte sich nicht nur auf Antriebstechnik. Auch in anderen Bereichen zeigte das Unternehmen seine Vielseitigkeit: Es entwickelte spezielle abgeschirmte Messkammern für Forschungszwecke, Antennen für bargeldlose Zahlungssysteme sowie elektronische Leiterplatten. Zum Beispiel für innovative Produkte wie mobile LED-Leuchten. 
 
Das über Jahre aufgebaute Wissen floss schliesslich auch in die Ausbildung ein. 2015 erschien ein Fachbuch zur Mechatronik, das bis heute Studierenden und Fachleuten als Referenz dient. 

Vom Industrieprojekt zur Audiotechnik und Sensorik

Ein Teil der entwickelten Technologien lebt heute im Reinton Audio Lab weiter. Dort entstehen moderne Audioprodukte (Abb. 5), bei denen höchste Signalqualität im Mittelpunkt steht. So schliesst sich der Kreis von der Industrieelektronik zur hochwertigen Audiotechnik. 

Gleichzeitig richtet sich der Blick klar nach vorne: Aktuell arbeitet Reinton an einem neuartigen, kompakten Vibrationssensor (Abb. 6). Dieser kann feinste Schwingungen erfassen – sei es zur Überwachung von Maschinen, zur Messung von Lärm (Abb. 7), zur Erkennung von Erdbeben oder sogar zur Optimierung von Musikinstrumenten. Selbst Anwendungen in der Raumfahrt werden dabei mitgedacht. 

Die Geschichte von Magnetron Labs Merz zeigt eindrücklich, wie aus regionaler Ingenieurskunst nachhaltige Innovation entstehen kann. Und sie macht deutlich: Auch nach über 30 Jahren ist der Forschergeist in Murten ungebrochen