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Penalty in letzter Minute: Der FC Kerzers ist Cupsieger

Der FC Kerzers feierte mit dem 3:2-Sieg gegen Sense-Oberland den ersten Cupsieg der Clubgeschichte. Das Siegtor vor gut 1000 Fans schoss Fabrizio Iandolo praktisch mit dem Schlusspfiff.

von FC Kerzers
am

Der FC Kerzers feierte mit dem 3:2-Sieg gegen Sense-Oberland den ersten Cupsieg der Clubgeschichte. Das Siegtor vor gut 1000 Fans schoss Fabrizio Iandolo praktisch mit dem Schlusspfiff.

Noch selten hat ein Freiburger Cupfinal in den vergangenen Jahren so viel Spektakel und Spannung geboten wie das Deutschfreiburger Derby vom Mittwochabend zwischen den beiden 2.-Liga-Clubs Sense-Oberland und Kerzers. Fünf Tore, drei Elfmeter (einer davon gehalten) und ein langer Unterbruch wegen starkem Regen und Windböen. Das spielentscheidende 3:2 schossen die Seeländer dann mittels eines weiteren Penaltys. Kurz davor hatte auf der anderen Seite Stefan Broch das Siegestor für seine Farben verpasst – er scheiterte dabei allein vor dem gut herauslaufenden Lars Eicher.

Kurz vor 23 Uhr konnten die Kerzers-Spieler dann mit den vielen mitgereisten Fans den Pokal entgegennehmen. In Kerzers sollte noch eine lange Nacht folgen, während der faire und unglückliche Verlierer Sense-Oberland dem glücklichen Sieger applaudierte und den Heimweg verständlicherweise niedergeschlagen antreten musste. Trainer Christoph Haymoz gratulierte dem Sieger nach Spielschluss umgehend.

Kerzers mit der 2:0-Führung
Als Jonas Krattinger, nach einer Stunde seine Farben 2:0 in Front schoss, schienen die Seeländer die Hauptarbeit für den Sieg getan zu haben. Zuvor hatte man mit einer schönen Kombination über mehrere Stationen durch David Künzi (31.) schon das erste Tor erzielt.

Kaum zu glauben: Innert nur vier Minuten glichen die Sensler durch Tore von Markus Wicki und einen streng gepfiffenen Elfmeter von Emilio Sandmeier aus. Eine Viertelstunde vor Schluss konnte also dieses von beiden Seiten offen geführte Match beim Stande von 2:2 nochmals von vorn beginnen. Leider hatte der Wettergott nun etwas dagegen. Der Schiedsrichter musste wegen starker Regenböen das Match für fast eine halbe Stunde unterbrechen, die Fans zog es in die warme Buvette.

Sense-Oberland mit dem Momentum
Beide Trainer sagten zu diesen heiklen Minuten unisono, dass nach dem Ausgleich das Momentum eigentlich bei Sense-Oberland gelegen habe. Die Sensler konnten sich nach der Pause klar steigern und hielten dem vorher stabileren Kerzers nun die Stange. In der verbleibenden letzten Viertelstunde nach dem Unterbruch überschlugen sich dann die Ereignisse auf dem herrlichen Naturrasen im Platy im Minutentakt. Erst verschoss Topskorer Diogo Freitas Ribeiro einen Handspenalty, dann gab es auf beiden Seiten Auswechslungen und viele heisse Szenen vor den Toren.

Beide Teams suchten jetzt mit allen Mitteln die Entscheidung. Eine sichere defensive Abwehr wie sonst oft in solchen Cupspielen, war diesmal ein Fremdwort. Und als sich praktisch alle, inklusive der kalt gewordenen Fans, auf eine halbstündige Verlängerung mürrisch gefasst machten, fiel wie eingangs erwähnt doch noch das Siegestor für das Rotzetter-Team.

Ein Höhepunkt der Clubgeschichte
Wenn es in der Clubgeschichte des momentan besten Deutschfreiburger 2.-Liga-Clubs einen Macher gibt, dann ist dies sicher der frühere NLA-Schiedsrichter Guido Wildhaber, der Präsident, Sportchef, und auch kompetente Speaker auf dem Erli. Mit Tränen in den Augen sagte er nach geschlagener Schlacht, die ihm offensichtlich zugesetzt und Nerven gekostet hatte, der erste Cupsieg sei klar der Höhepunkt in der Vereinsgeschichte und werde deshalb noch lange in bester Erinnerung bleiben.

Nach der Pokalübergabe nahm dann auch Coach Rotzetter – er hatte vor Jahren mit dem FC Wabern den Berner Cup gewonnen – Stellung zum wichtigen und schönen Sieg: «Dieser Sieg tut uns allen im Club gut. Für mich als Sensler war es gegen diesen Gegner ein etwas spezieller Match. Ich möchte dem FC Sense-Oberland zum starken Spiel gratulieren. Vielleicht war unser Erfolg am Schluss etwas glücklich, aber meine Spieler haben auch nach dem Ausgleich und dem verschossenen Penalty nie aufgegeben, und sich dadurch den Sieg auch ein wenig verdient.»

Jetzt hofft man in Kerzers auf einen möglichst attraktiven Gegner in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups: «Der Cup war aber für uns diese Saison ohnehin Ziel Nummer 1.».

Telegramm
Sense-Oberland – Kerzers 2:3 (0:1)
Villars-sur-Glâne, Platy. - 1013 Zuschauer. - SR Bastian Gurtner.
Tore: 31. Künzi 0:1. 60. Krattinger 0:2. 71. M. Wicki 1:2. 74. Sandmeier (Foulpenalty) 2:2. 91. Iandolo (Foulpenalty) 2:3.

FC Sense-Oberland: Curty; Gangl, Vonlanthen (67. J. Egger, 82. S. Egger), Sandmeier, Fasel; F. Piller; Broch (92. Lamari), De. Piller, G. Rappo, M. Wicki (92. Riedo); R. Wicki (60. C. Rappo). FC Kerzers: Eicher; Gonçalves Rodrigues, Rostetter, L. Etter. Krasniqi; Krattinger (82. Notz), M. Etter, Gutknecht (70. D. Rotzetter), Schwander; Künzi; Freitas Ribeiro (89. Iandolo).

Bemerkungen: Sense-Oberland ohne Cardinaux, Heimo (beide verletzt); Kerzers ohne Hurni (Militär). Pfostenschuss: D. Piller (63.). – Curty hält Penalty von Ribeiro (77.). – 25-minütiger Spielunterbruch wegen starken Regens (80.).

Impressionen vom Spiel: