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Politik /Kommentar
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Junisession des Grossen Rates - Standpunkt der SP See

Keine lebenslangen Renten mehr für Staatsräte und Oberamtmänner: Der Grosse Rat überwies eine Motion zur Abschaffung der lebenslangen Renten für Staatsräte und Oberamtmänner. Dieser alte Zopf werde von der Bevölkerung nicht mehr verstanden und entspreche nicht mehr der modernen Arbeitswelt. Damit wird sich der Kanton den meisten anderen Kantonen anschliessen, die ihre Systeme – jedoch sehr unterschiedlich – bereits angepasst haben.


Leistungsbeurteilung in der Primarschule: Der Vorschlag, die Leistungen der deutschsprachigen Schülerinnen und Schüler erst am Ende des ersten Zyklus zu beurteilen – auf Empfehlung der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz - fand beim Erziehungsdirektor kein Gehör, dies trotz einer Petition von 376 Deutschfreiburger Lehrpersonen. Im ganzen Kanton sollte ein einheitliches Beurteilungssystem eingeführt werden. Deutschsprachige und selbst französischsprachige Mitglieder des Grossen Rates betonten, dass zwei Schulsysteme im Kanton auch unterschiedliche Beurteilungssysteme erlaubten. Trotz der Harmonisierungsbestrebungen soll jede Sprachgemeinschaft ihre Kultur und ihre Mentalität in der Erziehung beibehalten und leben können. Diese Forderung wurde vom Grossen Rat gegen den Willen des Staatsrats grossmehrheitlich angenommen.


Energieversorgung der Zukunft: Die vom Grossen Rat einstimmig gutgeheissene Revision des Energiegesetzes verspricht, dass im Kanton Freiburg bis 2030 eine 4000-Watt-Gesellschaft erreicht sein soll. Fossile Energien sollen mittelfristig reduziert und die einheimischen erneuerbaren Energien gesteigert werden. Der Verzicht auf Elektroheizungen fand in der Revision jedoch keinen Eingang, dies aus Rücksicht auf die Freiburgerinnen und Freiburger, die solche Heizsysteme – einmal als epochale Lösung propagiert – eingebaut hatten und für sie ein kurzfristiger Ausbau finanziell kaum zumutbar erscheint. Weitergehende Vorschläge von Seiten der Grünen fanden – der notwendige Mut fehlte dazu – keine Zustimmung.


20 Jahre nach «Lothar»: Aufschlussreich war die «Schulstunde», die der Grosse Rat auf seinem jährlichen Ausflug in Bon Riau (Vivisbachbezirk) erhielt. Es war ein Einblick in die Entwicklung des Waldes in den letzten 20 Jahren nach dem Sturm Lothar, der tausende Hektaren Wald dem Erdboden gleichmachte. Man erklärte, wie Förster und Forstwarte den Wald in Interaktion mit der natürlichen Regenration pflegen, um angesichts des Klimawandels Ereignissen wie Stürmen, Trockenheit und Krankheiten standzuhalten. Das Leid und die grossen Emotionen, die Lothar 1999 auslöste, und viele weitere Aspekte unseres Waldes zeigten auch die Verantwortlichen des Forstbetriebes Region Murtensee auf dem gemütlichen jährlichen «Waldcher 2019» am Freitag der Sessionswoche, zu dem auch die Grossräte des Seebezirks eingeladen waren.


Die Grossrätinnen Julia Senti, Chantal Müller und Bernadette Hänni

(eingesandt)