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Leserbrief – Mindestlohn: Fakten statt Schreckensgespenste

Am 30. November kann die Freiburger Bevölkerung das Leben von 6'500 Menschen verbessern – Menschen, die trotz Arbeitsstelle unter prekären Bedingungen leben. Ein kantonaler Mindestlohn garantiert eine faire Entlohnung, die Grundbedürfnisse deckt und geleistete Arbeit wertschätzt.

von unsereRegion Leser*in
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Am 30. November kann die Freiburger Bevölkerung das Leben von 6'500 Menschen verbessern – Menschen, die trotz Arbeitsstelle unter prekären Bedingungen leben. Ein kantonaler Mindestlohn garantiert eine faire Entlohnung, die Grundbedürfnisse deckt und geleistete Arbeit wertschätzt.

Ich möchte mit meinem Leserbrief auf die an dieser Stelle geäusserten Sorgen betreffend der Auswirkungen einer fairen Entlohnung für die geleistete grossartige Arbeit unserer Freiburger Arbeitnehmenden eingehen 
 
Diese Initiative ist kein radikaler Schritt, sondern Ausdruck eines dringenden sozialen Bedürfnisses. Noch immer verdienen tausende Arbeitnehmer:innen im Kanton Freiburg zu wenig für ein würdevolles Leben. Ein existenzsichernder Lohn ist kein Luxus, sondern ein Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Zusammenhalt. 
 
Die geschürten Ängste können widerlegt werden: 
 
Verlust an Flexibilität? Der Mindestlohn ist kein starres Modell. Ausnahmen – etwa für die Landwirtschaft oder Auszubildende – bestehen. Die Wirtschaft bleibt trotzdem flexibel, gewinnt sogar an Gerechtigkeit und Kaufkraft. 
 
Weniger Berufslehren? Die Erfahrungen aus Genf, Neuenburg und dem Tessin zeigen: Der Mindestlohn hat dort weder Arbeitsplätze gefährdet noch junge Menschen von einer Berufslehre abgehalten. 
 
Fachkräftemangel? Wer Fachkräfte gewinnen will, muss gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne bieten – das Baugewerbe zeigt das aktuell eindrücklich. 
 
Steigende Inflation? Dieses Argument entbehrt jeder Grundlage. Grundbedarfsgüter werden durch faire Löhne nicht teurer. Was tatsächlich ständig steigt und die Bürger:innen belastet, sind Mieten und Krankenkassenprämien – hier hilft der Mindestlohn, die Belastung zu lindern. 
 
Freiburg hat jetzt die Chance, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stärke zu vereinen. Denn geleistete Arbeit verdient überall einen würdigen Lohn. 
 
Daniel Brügger 
Generalrat SP - GRÜNE Murten