Parkplätze anstatt Pappeln an der Burgunderstrasse? Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Seit einigen Wochen häufen sich die Diskussionen über das Parkplatzprojekt an der Burgunderstrasse. 144 provisorische Parkplätze sollen gebaut werden. Dafür müsste die Pappelallee weichen. Trotz der geplanten Neuanpflanzung von Bäumen gingen 4 Einsprachen bei der Stadtverwaltung ein. General- und Grossrätin Christine Jakob und Unternehmer René Merz äussern sich dazu. Sagen Sie uns Ihre Meinung in der Umfrage oder in den Kommentaren!
Seit einigen Wochen häufen sich die Diskussionen über das Parkplatzprojekt an der Burgunderstrasse. 144 provisorische Parkplätze sollen gebaut werden. Dafür müsste die Pappelallee weichen. Trotz der geplanten Neuanpflanzung von Bäumen gingen 4 Einsprachen bei der Stadtverwaltung ein. General- und Grossrätin Christine Jakob und Unternehmer René Merz äussern sich dazu. Sagen Sie uns Ihre Meinung in der Umfrage oder in den Kommentaren!
Christine Jakob
Alle, die mich kennen, wissen, dass ich mich mit Herzblut für Murten einsetze. Der Vorschlag, bei der Umfahrungsstrasse neben den Bahngeleisen einen Parkplatz zu realisieren, kann ich deshalb vollumfänglich unterstützten. Die Bäume, die gefällt werden müssen, werden wieder angepflanzt.
Eigentlich habe ich mich in den letzten Jahren für ein Parkhaus Ost auf dem Viehmarkt Murten eingesetzt. Dies wurde aus bekannten Gründen nun nicht realisiert. Deshalb kam aus unseren Reihen, namentlich der FDP Murten und Umgebung, der Vorschlag, doch hinter dem Mondo Sport diesen Spickel zu Parkplätzen umzufunktionieren. Dieser wurde vom zuständigen Generalrat mit grosser Mehrheit gutgeheissen.
Ich gehe in dieser Gelegenheit noch ein wenig weiter. Heissen wir doch unsere Gäste, die sich nach Murten bewegen, willkommen und generieren Ihnen dort Gratisparkplätze. Im Sommer, wenn in Murten Hochsaison ist, fehlen Parkplätze. Wenn der Gast schon bereit ist, die ganze Bernstrasse zur Altstadt unter die Füsse nimmt, sollte er mit einem gratis Parkplatz belohnt werden.
In Anbetracht dessen, dass am Sonntag nun der Gratisparkplatz der Migros aufgrund des Neubaus wegfällt, wäre es doch angebracht, die Touristen dort gratis parkieren zu lassen. Seien wir nicht kleinlich! Geben wir doch dem Touristen etwas zurück! Auf jeden Fall ist die Parkplatzgestaltung dort eine gute Sache.
Besten Dank für Eure Aufmerksamkeit und herzliche Grüsse.
René Merz
Ich bin schockiert über das Vorhaben, dass 18 alte Pappeln an der Burgunderstrasse für (temporäre) Parkplätze gefällt werden sollen! Ich erhebe hiermit Einsprache mit folgenden Begründungen:
- Die Pappeln bilden einen integralen Teil der Landschaftscharakteristik von Murten. Auch wegen deren Höhe und Anzahl liegt daher ein hoher Wiedererkennungswert vor!
- Die Pappeln bilden durch Ihre Höhe und den biegsamen Stamm einen Windfang und federn die Windböen ab. Bei Orkan, Gewitter bei West- und Nordwestwind können sie daher die dahinterliegenden Quartiere (Tioleyres, Praz Zagan) vor Schäden an den Dächern bewahren oder abdämpfen;
- Am Beispiel einer etwa 100-jährigen Buche (Fagus sylvatica) mit einer Höhe von 25m und einem Kronendurchmesser von 12 bis 15m haben Wissenschaftler ermittelt, was Bäume ökologisch leisten können. Jedes Jahr entfaltet sie eine Blattfläche von etwa 1.600m2, womit sie an einem Sonnentag 18kg Kohlendioxid verarbeiten kann. Mit Hilfe der Sonnenenergie produziert der Baum dabei täglich 13kg Sauerstoff und 12kg Zucker. Der erzeugte Sauerstoff deckt den Tagesbedarf von 10 Menschen, der Zucker wird vom Baum für das Holzwachstum genutzt. Gleichzeitig filtern die Blätter Stäube und andere schädliche Stoffe aus der Luft und sind so wirkungsvolle "Staubsauger". Die Blätter der Baumkrone verdunsten Wasser und bewirken dadurch eine Abkühlung. Die 100-jährige Buche kann an sonnigen Tagen bis zu 400 Liter Wasser verdunsten. In ihrem Kronenschatten ist dann die Luft bis zu 5°C kühler. Will man die Leistungen dieser 100-jährigen Buche durch junge Bäume ersetzen, wäre eine Neuanpflanzung von ca. 2.500 Bäumen erforderlich! (Quelle: berlin.de)
- Zusätzlich können solche Bäume den Schall von Großereignissen (Wake'n' Jam, Stars of Sounds) aber auch Verkehrslärm für die dahinterliegenden Quartiere (Combette, Leimera, Praz Zagan & Tioleyres) abdämpfen (Sofern der Pegel im Bassbereich bei Techno-Musik nicht noch extra angehoben wurde).
Es muss daher eine andere Lösung für Parkplätze gesucht werden, warum kann hier nicht in die Höhe konstruiert werden? Die Gemeinde Murten hat praktisch keine freien Flächen mehr für neue Bauvorhaben, daher würden sich folgende Lösungs- ansätze aufdrängen:
- Bau von Stockwerken in den Untergrund, für neue, nicht-temporäre Parkplätze;
- Platzsparende, aufeinandergeschichtete Aluminium-/Stahl-Konstruktion für temporäre Parkplätze;
- Neue, junge Pappeln anpflanzen.
Lesen Sie auch den Kommentar von Gemeinderat Alexander Schroeter: Parkplätze anstatt Pappeln