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Es ist wieder Kilbi-Zeit – auch in Murten, und zwar in der Chesery

Die Kilbi oder auch Benichon wird im ganzen Kanton gefeiert und gehört zur lokalen Tradition. In Murten ist das Restaurant Chesery mit dem traditionellen Kilbi-Menü mit von der Partie.

von unsereRegion
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Die Kilbi oder auch Benichon wird im ganzen Kanton gefeiert und gehört zur lokalen Tradition. In Murten ist das Restaurant Chesery mit dem traditionellen Kilbi-Menü mit von der Partie.

Im ganzen Kanton Freiburg ist wieder Kilbi-Zeit – so auch in Murten. Als einziges Restaurant aus Murten bietet die Chesery das traditionelle Kilbi-Menü an. Deren Geschäftsführerin Gina de Courten erläutert gegenüber unsereRegion: «Wir bieten das Menü seit Freitag an, weil dann in Bulle die grosse Bénichon gefeiert wird. Und werden es bis Ende Oktober in der Chesery anbieten.»

Geschichtlicher Ausflug
Wie die Fastnacht auch, welche eigentlich die Fastenzeit bis Ostern einberief und heute ein Volksfest ist, war die Kilbi im Verlauf der Jahrhunderte Änderungen und Anpassungen unterworfen. Die Kilbi erinnerte ursprünglich an den jährlich wiederkehrenden Tag der Kirchweihe. Die französische Bezeichnung wird vom lateinischen «benedictio» (bénédition, Segnung) abgeleitet. Das deutschsprachige Pendant Kilbi (mundartlich: Chilbi) stammt vom Wort «Kirchweihe» (Weihe einer neuen Kirche durch den Bischof) ab.

Im engeren Sinn ist die Kirchweih das jährliche Erinnerungsfest der Kircheneinweihung. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gehörte die Kirchweih zu den wichtigsten lokalen Festen; im Verlauf der Neuzeit vermischte sie sich zum Teil mit anderen Festen oder Festanlässen (Alpabzug, Erntedank, Weinlese, Schlachtfest, Schützenfest). Im deutschsprachigen Gebiet der Schweiz ist die Kirchweih als Chilbi oder Kilbi bekannt.

Vom geistlichen zum weltlichen Fest
Mit der Zeit hat die Kilbi die Form eines grossen weltlichen Festes mit einer familiären und einer öffentlichen Seite angenommen. Hatte sie ursprünglich eine religiöse Bedeutung, wurde die Kilbi gleichbedeutend mit einem festlichen Essen in der Familie und einem Dorffest. Zur Bénichon-Chilbi gehören heute aber auch die Tanzmusik und die Volksfeststimmung: Wenn die Speicher voll sind und das Vieh von den Alpweiden zurück, wird ein Dorffest gefeiert – ein Fest, das immer auch einen Hauch Melancholie verbreitet, denn der Herbst steht vor der Tür. Bis auf einige lokale Ausnahmen findet die Bénichon-Chilbi jeweils am zweiten Septembersonntag.

Chesery mit von der Partie
In Murten und Umgebung bietet einzig das Restaurant Chesery das traditionelle Kilbi-Menü an. Ab Freitag, den 13. September, gibt es in der Chesery das Benichon-Menü für 49 Franken pro Person, bestehend aus der Vorspeise Chuchaule AOP mit Kilbi-Senf und Kohlsuppe, gefolgt von Jambon de la Borne AOP, also kamingeräucherter Schinken, Saucisson und Speck mit Kohl, Karotten und Salzkartoffeln. Zum Nachtisch wird noch einmal richtig nachgeschenkt mit Meringue mit Doppelrahm mit Kirsch. Die Kilbi dauert in der Chesery bis Ende Oktober.

Grosser Wert auf Herkunft der Produkte
Wie Gina de Courten, Geschäftsführerin der Chesery, versichert, sei es ihr wichtig, dass die Chuchaule und der Jambon de la Borne dem Prädikat AOP entsprechen. Diese Produkte kaufe sie nur bei zertifizierten Händlern ein. AOP steht für «Appellation d'Origine Protégée» – auf Deutsch «geschützte Ursprungsbezeichnung» – und garantiert, dass ein Produkt strenge Kriterien in Bezug auf Herkunft und Herstellungsverfahren erfüllt.

Detailliertere Informationen zur Kilbi im Kanton Freiburg gibt es auf der Webseite von Fribourg.ch.

Das Kilbi-Menü in der Chesery