Historische Militäranlagen in und um Muntelier erkunden
Das 9. Kultur-Apéro im Hotel Bad Murten See war einmal mehr ein interessanter Anlass, der auf grosses Interesse stiess. Das Thema Militäranlagen zog überwiegend männliche Besucher an, da viele Anwesende durch den Militärdienst oder rein durch historisches Interesse damit in Berührung kamen.
Das 9. Kultur-Apéro im Hotel Bad Murten See war einmal mehr ein interessanter Anlass, der auf grosses Interesse stiess. Das Thema Militäranlagen zog überwiegend männliche Besucher an, da viele Anwesende durch den Militärdienst oder rein durch historisches Interesse damit in Berührung kamen.
Brigadier aD Jürg Keller, seit 1989 wohnhaft in Sugiez, hat sich nach seiner Pensionierung intensiv der Militärgeschichte unseres Landes gewidmet. Die "Fortifikation Murten" bot sich ihm mit Wohnsitz in Sugiez förmlich an. Er verfasste Schriften zu diesem Thema und es entstand der "Sentier Historique" auf dem Mont Vully.
Um ausgemusterte militärische Verteidigungsanlagen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bildete sich 2007 der "Verein Historischer Militäranlagen Freiburg/Bern". Jürg Keller war Vereinspräsident bis 2023 und engagiert sich noch heute stark dafür. Der Verein zählt heute ca. 250 Mitglieder.
Fotos aus dem Jahresheft 2012 des `Verein Historischer Militäranlagen Freiburg/Bern`.
Seinerzeit wurden diese Festungsanlagen gebaut, um uns zu schützen; heute ist es unsere Aufgabe, sie zu beschützen. (Zitat VHMA Freiburg-Bern)
Die Webseite www.fort-fribe.ch bietet Einblicke in die Vereinstätigkeiten sowie in Angebote wie Führungen und Jahreshefte. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das militärgeschichtliche Erbe der Armee zu bewahren. Deshalb beginnt jede Führung mit einer Einführung über die Topographie und die Militärgeschichte des Murtenbiets oder des Seelands.
Der Bogen des geschichtlichen Rückblicks reichte zurück bis ins Jahr 58 v. Chr. (La Tène Zeit), als die Helvetier nach Gallien zogen. Jürg Keller stellte sein umfangreiches Wissen zur Geschichte der Schweiz mit Bildmaterial auf interessante Art und Weise dar. Dass sich militärische Auseinandersetzungen über Jahrhunderte hinweg immer wieder in gleichen Räumen abspielten, lässt sich am Beispiel des Raumes Murten sehr eindrücklich belegen.
Warum immer Murten?
Murten war quasi eine Passage obligé. Bereits die Römer gründeten in unserer Region die Hauptstadt Aventicum. Der Raum Murten ist nicht nur für Bewegungen in West-Ost-Richtung bedeutsam: Verkehrswege von Frankreich her führen über Jura-Pässe und -Klusen zu den Jurasüdgewässern, werden am Zihlkanal gebündelt und verlaufen durch die Region Murten in Richtung Bern. Der Raum Murten stellte nicht nur bei kriegerischen Ereignissen einen Schlüsselraum dar. Auch Handelswege führten und führen dank der günstigen Topographie seit alters her durch diesen Raum.
Es erstaunt daher nicht, dass auch zur Verteidigung unseres Landes während der beiden Weltkriege und sogar noch während des Kalten Krieges im letzten Jahrhundert der Raum Murten zum militärischen Schlüsselraum wurde: Während der Grenzbesetzung im Ersten Weltkrieg mit der Fortifikation Murten und dem Aktivdienst im Zweiten mit der Murtenstellung.
Der Vortrag von Jürg Keller gestaltete sich sehr umfassend; der geschichtliche Rückblick wirkte lebendig und spannend - auch für Zuhörer, die das Fach Geschichte in der Schule alles andere als liebten! Im Anschluss servierte das Hotel Bad Murtensee die legendäre Armee-Käseschnitte.
Der nächste Kultur-Apéro findet am Dienstag, 3. März 2026 statt: «Muntelier und das Murtenbiet 1798: Bern oder Freiburg» mit Jakob Schluep. Das Hotel Bad Murtensee freut sich, die Gäste nach dem Vortrag mit einem feinen Essen zu überraschen, Anmeldung bitte unter: ernst.joerg@bad-Murtensee.ch