Daniel Lehmann: "Die Vorfreude auf das Festival ist riesengross"
Morgen beginnt das Sommerfestival Murten Classics. Wir haben im Vorfeld mit dessen Präsidenten Daniel Lehmann über die kommenden Murten-Classics-Tage gesprochen.
Morgen beginnt das Sommerfestival Murten Classics. Wir haben im Vorfeld mit dessen Präsidenten Daniel Lehmann über die kommenden Murten-Classics-Tage gesprochen.
(Daniel Lehmann, Präsident Murten Classics - Quelle: Alle Fotos von Willi Piller)
Das Festival Murten Classics beginnt morgen. Wie sieht es mit ihrer aktuellen Gemütsfassung aus?
Die Vorbereitungen für das diesjährige Festival waren intensiv. Mit dem letztjährigen Wechsel in der Festivalleitung haben wir vieles neu aufgegleist. Und ausserdem sind wir fast 2 Monate früher als bis anhin in den Vorverkauf gestartet. Das hat sich gelohnt. Es ist alles bereit.
Der Vorverkauf läuft so gut wie schon lange nicht mehr.
Das Programm ist äusserst vielfältig und ansprechend. Ganz besonders sprechen wir jetzt auch die Jugendlichen und Kinder an. Kurzum: Meine Gefühlslage könnte nicht besser sein. Die Vorfreude auf das Festival ist riesengross.
Das Thema in diesem Jahr lautet "Familie". Auf was können die Besucherinnen und Besucher gespannt sein?
Es beginnt schon mit dem ersten Orchesterkonzert am Donnerstag und Freitag der ersten Festivalwoche: Mit den Geschwistern Toth als Solisten in Beethovens Tripelkonzert wird bereits ein wichtiger Aspekt des Festivalthemas «Familie» beleuchtet: die Musiker-Familien. Aber auch Komponistenfamilien wie die Bachs oder die Schumanns kommen zum Zuge, wie auch die familiäre Verbindung von Richard Wagner mit Franz Liszt. Oder dann das Wiedersehen mit unserem langjährigen ehemaligen künstlerischen Leiter Kaspar Zehnder, der als Dirigent mit «seinem» tschechischen Orchester zur Murten Classics Familie zurückkehrt. Ein besonderer Leckerbissen ist aber auch der Festivalabschluss mit Offenbachs Operette «Orpheus in der Unterwelt». Und für die Jungen haben wir ein ganz besonderes Chorkonzert im Programm mit dem Choeur St-Michel, bei dem am Schluss alle mitsingen dürfen.
Murten Classics hat sich als kleines, aber feines Festival etabliert. Was sind die besonderen Herausforderungen für ein Festival dieser Grösse?
Unser Festival mag vom Fassungsvermögen unserer Konzertlokalitäten her klein sein.
Von der Fülle und Vielfalt der Konzerte und der Qualität der Orchester und Solisten her gehört es aber zu den grössten der Schweiz.
Gewiss, dass wir bei unseren «grossen» Orchesterkonzerten maximal 448 Besucherinnen und Besucher empfangen können, während andere grosse Klassik-Festival pro Konzert 1500 bis 2000 Tickets verkaufen können, stellt in finanzieller Hinsicht durchaus ein Problem dar. Wir sind deshalb ganz besonders auf Sponsoren und Partner und Gönnerinnen und Gönner angewiesen. Aber die Ambiance ist deshalb bei uns auch besonders familiär. Nirgendwo sonst sind sich Publikum und Künstler so nah wie in Murten.
In den letzten Jahren verschwanden einige Grossanlässe in der Region Murten. Wie zuversichtlich schaut ihr in die Zukunft?
Auch Murten Classics hat schwere Zeiten durchlebt. Schon vor Corona zeichnete sich ab, dass es immer schwerer wird, Sponsoren und Partner für ein Engagement bei einem Klassik-Festival zu begeistern. Diese Entwicklung wurde durch den Pandemie-Unterbruch noch verstärkt. Und ausserdem führte dieser Unterbruch in den folgenden Jahren auch noch zu einem Rückgang der Publikumszahlen. Wir haben hart daran gearbeitet, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Und es zeichnet sich ab, dass wir Erfolg haben und dieses Jahr erstmals seit Corona wieder mit schwarzen Zahlen abschliessen werden. Wir dürfen also sehr zuversichtlich in die Zukunft schauen.
Seit einem Jahr ist Sophie Luise Hogrefe mit von der Partie. Wie hat sich Murten Classics verändert unter ihrer Ägide?
Sophie Hogrefe hat sich schnell in ihre Aufgabe eingelebt und vor allem im Erscheinungsbild und im Marketing vieles erneuert und professionalisiert. Sie hat auch viele neue Ideen eingebracht und die Abläufe verbessert. Gemeinsam und zusammen mit dem künstlerischen Leiter bilden wir ein gut harmonierendes Leitungsteam, und mit den Ressortverantwortlichen haben wir ein engagiert und effizient arbeitendes Organisationsteam, so dass wir mit Zuversicht und einem guten Gefühl ins kommende Festival starten können.
(Sophie Hogrefe, Festivaldirektorin)
Apropos Familie; ihre Familie prägt sein Beginn her die Murten Classics. Erst ihr Vater Erhard, dann der Onkel Fredy und seit 1999 sie als Präsident. Wie sieht es mit der nächsten Generation Lehmann aus?
Unsere Kinder lieben Musik ganz allgemein, aber auch klassische Musik. Sie haben beide schon beim Festival mitgeholfen. Sie waren die ersten Kinder, zuerst die Tochter, dann der Sohn, die im Mozart-Kostüm die Pausenglocke läuteten, und haben damit eine Tradition begonnen, die wir auch heute noch weiterführen. Beide sind zurzeit aber ausbildungshalber vorwiegend in Zürich, und sie werden deshalb vom diesjährigen Festival nicht viel mitbekommen.
Was ist ihr persönliches Highlight der Ausgabe 2025?
Wir haben so ein vielfältiges, hervorragendes Programm, dass es schwerfällt, ein einzelnes Konzert als Highlight zu bezeichnen. Aber, wie schon gesagt, ...
ich freue mich ganz besonders auf die Operette von Offenbach zum Festivalabschluss.
Ich muss aber darauf hinweisen, dass es eine konzertante Aufführung ist und beim Cancan keine Moulin Rouge Coulisse mit Tänzerinnen dargeboten wird. Spass beiseite: Mein persönliches Highlight ist das so wunderbar funktionierende Team mit allen Helferinnen und Helfern und das Strahlen in den Augen des Publikums und der Musikerinnen und Musiker.
Vielen Dank für das Gespräch. UnsereRegion wünscht allen ein gelungenes Murten Classics 2025. Sämtliche Veranstaltungen sind in der Agenda aufgeführt. Detailierte Information gibt es auf der Webseite von Murten Classics.