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Gewerbe /Kolumne
Karin Ledermann

Der neue Alltag – angekommen

Vor ein paar Wochen, als wir zurückkehrten in den Alltag - oder besser gesagt langsam im neuen Alltag Fuss fassten - erzählte uns Tonia Bangerter von unnu kram, wie sie den Lockdown erlebt hatte und sich auf die Wiedereröffnung vorbereitete: Zurück in den Alltag – wie geht das?.

Ich habe sie nun gefragt, wie sich der neue Alltag anfühlt.

Wie erlebten Sie den Wiederbeginn, das heisst, die Geschäftseröffnung?

Der Wiedereinstieg war sehr erfreulich. Ich erinnere mich gut an meine ersten Kunden und gerne hätte ich diese Situationen festgehalten. Vor allem eine Familie ist mir noch sehr bildhaft vor Augen: Die Mutter betrat strahlend das Geschäft, sie berührte mit den Händen ihr Herz. Es war ihr erster Einkauf seit dem Lockdown und sie genoss ihn sichtlich. Sie liessen sich Zeit und stöberten durch unser vielseitiges Sortiment. Sogar der Papa kaufte mit sichtlicher Freue ein.

Das Schutzkonzept einzuhalten war nie ein Problem und das verhält sich bis heute so. Die Massnahmen werden eingehalten, wir behalten die Kundenanzahl im Geschäft im Auge, aber achten daneben sorgfältig darauf, dass das Einkaufserlebnis des Kunden nicht tangiert wird. Er soll bei uns lustvoll herumstöbern und einkaufen dürfen.

Inwiefern hat sich das Verhalten Ihrer Kunden verändert?

Wir dürfen immer wieder feststellen, dass unsere Kunden mit viel Freude und Überzeugung einkaufen.

Was ist Ihr Fazit nach den ersten paar Wochen?

Ich bin überwältigt! Unsere Kundschaft unterstützt uns nachhaltig mit ihrer grossen Treue. Ich habe zum Beispiel befürchtet, dass das Geschäft mit der Sommermode dieses Jahr schwierig würde, da ich dachte, man hätte sich bereits über den Online-Handel eingedeckt. Es freut mich ungemein, haben sich diese Befürchtungen in Luft aufgelöst, unsere Klientel kauft lieber lokal und vor Ort ein. Die Kunden schätzen den persönlichen Kontakt, sie kommen gerne in den Laden. Zudem hat es im Moment mehr Schweizer Touristen als sonst und die finden sichtlich Vergnügen daran, sich etwas zu gönnen oder jemand anderes zu beschenken.

Was würden Sie sich von Ihren Kunden wünschen?

Ich wünsche mir, dass sich das Bewusstsein der Kunden dahingehend weiterentwickelt, lokales Gewerbe zu unterstützen. Ich lege grossen Wert darauf, wo immer möglich nachhaltig produzierte Ware anzubieten und kleine Schweizer-Labels im Sortiment aufzunehmen. Ich hoffe, dass die Menschen in diese Richtung sensibilisiert sind und noch vermehrt Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legen.