Kulturverein Münchenwiler führt am Clean-Up-Day "Dorfputzete" durch
Ein Samstagvormittag im September in Münchenwiler. Ein frischer Wind weht, Wolken ziehen über dem Schloss durch den Himmel. Eine Handvoll Leute in gelben Leuchtwesten nähert sich auf der Strasse dem Schulhaus – sie schleppen Müllsäcke mit sich, einige tragen Greifzangen. Sie lachen, sie scherzen, sie sind gut gelaunt – es scheint, ihre Jagd war erfolgreich. Ihre Beute legen sie mitten auf den Schulhausplatz, wo schon einiges an Material der anderen Sammler liegt – schwarze Müllsäcke, prall gefüllt mit Abfall: Getränkedosen, Flaschen, Verpackungen, immer wieder undefinierbare zerrissene Folien, Unmengen an Zigarettenstummeln.
Beeindruckt stehen wir um den Müllberg – so viele Säcke hätten wir nicht erwartet, deren Inhalt gesammelt innert knapp zwei Stunden auf dem Gemeindegebiet von Münchenwiler. Anlass zur "Dorfputzete" ist der internationale Clean-Up-Day, ein schweizweiter Aktionstag, der jährlich stattfindet und bei dem sich Vereine, Gemeinden, Schulen aber auch Privatpersonen für eine saubere Umwelt einsetzen. In Münchenwiler wurde dieser Aufräumtag vom Kulturverein organisiert, grosszügig unterstützt von der Gemeinde.
Die Aufräumaktion erinnert in manchen Momenten ein bisschen an eine Ostereierjagd – «Ich habe etwas, kommt mit dem Sack!», tönt es immer wieder von einem Strassenrand. Aufällig viel Abfall finden wir entlang der Strassen an uneinsehbaren Stellen, also dort, wo man wohl vom Autofenster aus ungesehen die Redbulldose oder die Sandwich-Verpackung in einer Hecke oder einem Wäldchen entsorgen kann.
Im Vorfeld waren wir uns unsicher: wir sehen zwar oft Abfall herumliegen – aber ist es wirklich so schlimm bei uns im kleinen Dorf? Hat es wirklich genug 'Ghüder', dass 35 Personen den ganzen Morgen lang zu tun haben? Nach Rücksprache mit dem Gemeindearbeiter einigten wir uns darauf, dass wir uns nicht langweilen würden: wir würden ganz einfach, falls es wenig Abfall hat, auch noch das «einjährige Berufkraut», einen unerwünschten Neophyten mit in die Müllsäcke füllen. Die Strategie geht auf: schliesslich können wir knapp 80kg Abfall zu Bühlmann Recycling bringen, unserem gemeindeeigenen Abfallspezialisten, der uns für die Aktion unterstützt.
Schliesslich ist es Mittag geworden. Die Abfallsäcke sind korrekt entsorgt und wir treffen uns alle wieder am Grillplatz auf dem Schlosshügel, wo die ersten Bratwürste und Maiskolben bereits auf der Glut brutzeln, die ofenfrische Züpfe ist auch schon angeschnitten. Ein kühler Schluck Apfelsaft oder ein Bier erfrischen uns und wir geniessen das gemütliche Zusammensein noch eine Weile. Die übrig gebliebenen Müllsäcke legen wir zur Seite für nächstes Jahr.