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Klimawoche in Murten rückte die Komplexität des Klimaschutzes in den Mittelpunkt

Über 10’000 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Freiburg beteiligten sich an der Klimawoche. Auch die Orientierungsschule Region Murten war mit von der Partie.

von Rainer Menning
am

Über 10’000 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Freiburg beteiligten sich an der Klimawoche. Auch die Orientierungsschule Region Murten war mit von der Partie.

Die Klimawoche dauerte vom 13. bis am 17. Mai 2024 und bestand daraus, eine Herausforderung in Bezug auf das Klima anzunehmen und darüber zu berichten. Die Initiative zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler der Klassen 1H bis 11H für die Herausforderungen des Klimawandels zu sensibilisieren und sie zu verantwortungsvollem Handeln zu ermutigen.

Abfall, Kleiderproduktion und Upcycling
Im Rahmen der kantonalen Aktionstage zum Thema Klima, beschäftigte sich die 10H-Stufe der Orientierungsschule Murten mit den Themen Abfall, Kleiderproduktion und Upcycling. Auf dem Programm standen Besuche auf dem Entsorgungshof der Bühlmann AG in Münchenwiler und bei der Energie-Wasser-Bern EWB. Höhepunkt der Woche bildete der Clean-Up-Day am Donnerstag. Darauf folgte der Dokumentarfilm «The True Cost» und zum Abschluss organisierten die Klassen eine Kleidertauschbörse.

Der Rückblick der Woche in Bildern:

Stufenposter

Die Organisation der Aktionstage haben dazu aufgefordert ein Poster zu gestalten und dies immer wieder ins Zentrum der Klimawoche zu rücken. Hier das Resultat der OSRM – jede Klasse hat fünf bis sechs Menschen gezeichnet.

Besuch EWB

Drei Klassen sind am Mittwochmorgen und weitere drei Klassen am Mittwochnachmittag nach Bern gefahren und machten eine Führung in der Verbrennungsanlage der Energie-Wasser-Bern EWB.

Besuch Bühlmann

Alternierend zum Besuch bei der EWB sind sind die anderen Klassen vom Schulhaus zur Bühlmann AG gelaufen und machten eine Führung auf dem Entsorgungshof.

Clean-Up-Day

Am Donnerstagmorgen wurden die Klassen in Gebiete aufgeteilt - diese umfassten das Greng, Stedtli, Pantschau, Chablais, Längmatt und das Bodenmünzi - um anschliessend den Abfall zu sammeln. Um 10:45 Uhr haben sich die Schüler vor dem Berntor zusammengetroffen und den Abfall dem Werkhof übergeben. Insgesamt haben die Schüler:innen zirka 150 Kilogramm Abfall gesammelt. Sie hätten eigentlich mehr erwartet, aber der Werkhof meinte, dass vor allem am Montag, nach dem Wochenende, viel Abfall herumliegt.

Im Anschluss an die Clean-Up-Aktion haben die Klassen den Film «The True Cost» angeschaut, wo es um Fast-Fashion ging. Die Schüler:innen reflektierten ihren Kleiderkonsum.

Tauschbörse

Am Freitagmorgen haben alle Schüler:innen zwei bis fünf Kleidungsstücke mitgebracht. Diese wurden auf Tischen ausgebreitet. Nach einem theoretischen Input zum Thema «Tauschen und Handeln» haben die Schüler:innen Kleidungsstücke für den privaten Gebrauch nehmen können. Von den übrig gebliebenen Kleidern durften die Kinder einige Stücke nehmen, mit welchem sie am Nachmittag in Gruppen einen Wimpel machen sollten.


Up-Cycling-Wimpel
In zwei bis drei Gruppen und ein paar Hilfsmitteln kreierten die Schüler:innen einen Wimpel und anschliessend daraus eine Wimpelkette pro Klasse. Die Schüler:innen wählten in einem Wettbewerb den kreativsten und den sorgfältigsten Wimpel und anschliessend noch die schönste, harmonischste Wimpelkette.

Zum Abschluss der Klimawoche haben wir Gino Fercher, Lehrer OSRM, zum Gespräch gebeten.

Gino Fercher, wie kam es zur Beteiligung an der Aktionswoche?
Die Schule wurde vom Kanton angefragt, ob wir mitmachen und wir als Stufe haben entschieden, gemeinsam mitzumachen.

Was war das Ziel der Schule mit der Teilnahme?
BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) ist Teil des Lehrplans aber nicht ein Schulfach. Wir dachten, es wäre eine spannende Möglichkeit hier mal mit dieser Klimawoche einen Schwerpunkt in diesem Bereich zu machen.

Inwieweit waren die Schüler:innen Herr oder Herrin des Projektes?
Das Programm haben die Lehrpersonen entwickelt. Uns war es aber wichtig, dass wir das Thema nicht nur theoretisch im Klassenzimmer behandeln, sondern rausgehen, etwas machen, Abfall sehen und riechen. Der kreative Teil war vor allem am Freitag, wo die Schüler:innen aktiv wurden, selbst kreieren konnten.

Wir spürten teilweise aber auch, wie Schüler:innen in ein Dilemma gerieten. (Gino Fercher)

Wie haben Sie persönlich die Woche und das Engagement der Schüler:innen erlebt?
Ziel war es, die Schüler:innen zu sensibilisieren für das Thema und ihnen nicht ein schlechtes Gewissen über ihren Konsum zu machen. Die Klassen haben gut mitgemacht, obwohl für einige Schüler:innen dieses Thematik noch keine grosse Rolle spielt. Wir spürten teilweise aber auch, wie Schüler:innen in ein Dilemma gerieten. Einerseits finden sie den persönlichen Kleiderkonsum übertrieben und die Umstände in den produzierenden Ländern schockierend, andererseits besitzen sie aber zu wenig Sackgeld, um nachhaltige Kleidung zu kaufen.

Wie geht es nach der Aktionswoche weiter mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein?
Es ist Teil des Lehrplans und wird immer wieder im Unterricht thematisiert.

Das Plakat hängt noch in unserem Sektor im Schulhaus als Erinnerung.

Und die Wimpelketten bleiben auch noch ein wenig hängen und werden in einem Jahr, wenn die Schüler/innen ihren Abschluss feiern als Dekoration wieder hervorgenommen.