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Einheimische Dominanz am ersten Vintage-Velorennen in Murten

In Murten dreht sich dieses Wochenende alles ums Fahrrad. Der Slow-Up feiert am Sonntag bereits seine zwanzigste Austragung, während heute Samstag im Städtli zum ersten Mal das Murten Memorial stattfand – das erste weltweite Kriterium für Vintage-Velos. Dabei standen in ihren Kategorien die beiden Murtner Guido Baumgartner und Jacques Haesler zuoberst auf dem Podest.

von Guido Kaufmann
am

In Murten dreht sich dieses Wochenende alles ums Fahrrad. Der Slow-Up feiert am Sonntag bereits seine zwanzigste Austragung, während heute Samstag im Städtli zum ersten Mal das Murten Memorial stattfand – das erste weltweite Kriterium für Vintage-Velos. Dabei standen in ihren Kategorien die beiden Murtner Guido Baumgartner und Jacques Haesler zuoberst auf dem Podest.


Von den 1930er Jahren bis zum Jahr 1980 fand in Murten in unregelmässigen Abständen ein internationales Profi-Kriterium statt. Ein Kriterium ist im Radsport ein Rundstreckenrennen. Meist finden Kriterien in Städten statt, im Fachjargon heissen sie "Hausecken-Rennen". Üblich sind relativ kurze Strecken, jede Runde wird gewertet.

Beim Kriterium Murten Memorial wurde auf dem 1,5 km langen Rundkurs mitten in der Hauptgasse gestartet, dann am Schloss vorbei bis zum Kreisel und beim Museum dem See entlang zurück bis zum Hotel Schiff und dann den Raffor mit 12% Steigung hoch zum Berntor. 

Im Vergleich zu einem normalen Kriterium gewann bei diesem Vintage-Velo-Event nicht der Schnellste, sondern der Gleichmässigste.  Jeder Teilnehmer konnte sich für eine von drei möglichen Geschwindigkeits-Kategorien und eine damit verbundene Ideal-Rundenzeit entscheiden – 4'08" (Kategorie „gemütlich“), 3'19" (Kategorie „sportlich“) oder 2'45" (Kategorie „Renntempo“) pro Runde, was 20, 25 oder 30 km/h entsprach. Bei jeder Runde wurde die Abweichung von der Ideal-Zeit in Sekunden als Strafpunkte gewertet (egal, ob zu schnell oder zu langsam). Gewinner war, wer am wenigsten Strafpunkte sammelte.

Der Langsamste an diesem Rennen war Noldy Eberle aus Rickenbach, der pro Runde die Zielzeit jeweils nur um durchschnittlich sieben Sekunden verfehlte, aber damit in seiner Kategorie am Exaktesten an die Vorgabe herankam. Seine Mitstreiter waren alle zu schnell unterwegs. Und so konnte er den ersten Siegerpokal – natürlich ebenfalls im Vintage-Stil – mit nach Hause nehmen. Dies jedoch erst, nachdem er wie ein richtiger Radprofi bei Presse und TV seinen Interview-Marathon absolviert hatte.

In der Gesamtrangliste aus allen drei Kategorien dominierten die Murtner, die den Heimvorteil ausnutzten und die Strecke sicher bereits im Vorfeld das ein oder andere Mal Probe gefahren hatten. In der Kategorie „Sportlich“ gewann Guido Baumgartner, der die Zielzeit mit nur gerade 21 Sekunden (auf 9 Runden) verfehlte. Besser war in der Kategorie „Renntempo“ lediglich noch Jacques Haesler, ebenfalls aus Murten, unterwegs, dessen elf Rundenzeiten alle zwischen 2‘40“ und 2‘46“ lagen und er so nur gerade 15 Strafpunkte aufgebrummt bekam, was ihm nicht nur den Kategorien-, sondern auch den Tagessieg einbrachte.   

Daneben war in den Teilnehmerfeldern auch einige ehemalige Radsport-Prominenz vertreten, wie der ehemalige Juniorenweltmeister Gilbert Glaus oder Franco Marvulli, der auf der Rennbahn mehrmals Weltmeister und Olympiazweiter geworden war. Trotz des kühlen Wetters, säumte eine schöne Zahl an Zuschauer die attraktive Rennstrecke.