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Der Murtner Schreibkreis meldet sich zu Wort

Anlässlich des Schweizer Vorlesetages verzauberte die literarische Gemeinschaft „Litera“ ihr Publikum in der Stadtbibliothek Murten mit tiefgründigen Geschichten und kunstvollen Gedichten. Musikalisch unterstützt wurde das Ensemble von Martina Blatter am Klavier.

von Marianne Oppliger
am

Anlässlich des Schweizer Vorlesetages verzauberte die literarische Gemeinschaft „Litera“ ihr Publikum in der Stadtbibliothek Murten mit tiefgründigen Geschichten und kunstvollen Gedichten. Musikalisch unterstützt wurde das Ensemble von Martina Blatter am Klavier.

Haben Sie schon einmal von einem „Elfchen“ gehört? Hinter diesem zierlichen Namen verbirgt sich eine faszinierende Gedichtform, die ganz ohne Reime auskommt. Ein Elfchen besteht aus exakt elf Wörtern, die sich kunstvoll auf fünf Zeilen verteilen. Dabei folgt es einem strengen, aber inspirierenden Bauplan, bei dem sich die Zeilen nach dem Muster eins-zwei-drei-vier-eins aufbauen. Häufig eröffnet ein einzelnes, beschreibendes Wort das Werk, während ein treffendes Fazit am Ende den Schlusspunkt setzt. Trotz dieser klaren Struktur gilt beim Verfassen vor allem ein Grundsatz, dass die kreative Freiheit immer im Vordergrund steht.

Sieben alte Raben
wollen heute baden.
Badehose,
muss das sein?
Nein!

Wie lebendig diese und andere Textformen sein können, bewies der Schreibkreis „Litera“ am vergangenen Mittwochabend. Anlässlich des Schweizer Vorlesetages lud die kreative Gemeinschaft zu einer öffentlichen Lesung in die stimmungsvolle Stadtbibliothek Murten ein. Sieben Autorinnen und Autoren aus der Region nutzten die Bühne, um das Publikum mit ihren selbstverfassten Werken zu verzaubern. Ihre persönlichen Geschichten und Gedichte wurden vorgetragen von Karin Ledermann, Juliette Erlandsen, Peter Kopp, Lis Ritz, Doris Fankhauser, Marianne Harnischberger und Veronika Herren. Im Anschluss an die Lesung ging der Abend in ein gemütliches verre d’amitié über. Bei einem Glas Wein bot sich für die Gäste und Kunstschaffenden die Gelegenheit, tiefer in die Materie einzutauchen. Es entstand ein reger und inspirierender Austausch über die vorgetragenen Kurzgeschichten und die Struktur der Elfchen.

Die Leidenschaft für das geschriebene Wort verbindet die Gruppe das ganze Jahr über, weshalb sich die Mitglieder einmal im Monat treffen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. In diesen produktiven Stunden entstehen nicht nur Gedichte und Kurzgeschichten, sondern auch komplexe Wortspielereien und präzise Alltagsbeobachtungen. Die Treffen dienen den passionierten Schreibenden als geschützter Raum für konstruktive Diskussionen, gegenseitiges Feedback und gemeinsames Lernen. Um die Dynamik vielseitig zu gestalten, wechselt die Moderation der Treffen reihum, sodass jedes Gruppenmitglied den Abend nach eigenen Vorstellungen gestalten kann.

Karin Ledermann, die bereits Bücher verfasst hat.

„Litera“ privat buchen und Ausblick
Wie Karin Ledermann erwähnte, kann die Gruppe „Litera“ auch für private Anlässe gebucht werden, um sich Gedichte oder Kurzgeschichten vorlesen zu lassen. Zudem verwies sie auf den Büchertisch, der Werke der Schreibenden aus der Gruppe sowie kunstvolle Karten bereithielt. Das Ensemble ist momentan mit acht Personen vollständig besetzt, weshalb aktuell keine neuen Mitglieder aufgenommen werden können.