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Die Schlachten von Grandson und Murten auf einer Briefmarke

Ein Denkmal im Miniaturformat: Murten feiert seine neue Sonderbriefmarke. Ein Hauch von Geschichte wehte am vergangenen Donnerstagabend durch den ehrwürdigen Konzertsaals des Rathauses in Murten. In feierlichem Rahmen wurde ein postalisches Kleinod enthüllt, das weit mehr ist als nur ein Postwertzeichen: die neue Sonderbriefmarke zum Gedenken an die geschichtsträchtigen Schlachten bei Murten und Grandson.

von Marianne Oppliger
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Ein Denkmal im Miniaturformat: Murten feiert seine neue Sonderbriefmarke. Ein Hauch von Geschichte wehte am vergangenen Donnerstagabend durch den ehrwürdigen Konzertsaals des Rathauses in Murten. In feierlichem Rahmen wurde ein postalisches Kleinod enthüllt, das weit mehr ist als nur ein Postwertzeichen: die neue Sonderbriefmarke zum Gedenken an die geschichtsträchtigen Schlachten bei Murten und Grandson.


Es war ein Abend der Würdigung und des gemeinsamen Rückblicks über die Entstehung der Briefmarke, zu dem der Verein der „Freunde des Panoramas Murten-1476“ (AAPM.1476 – Association des Amis du Panorama Morat-1476)) als engagierter Gastgeber geladen hatte. Wo einst Geschichte geschrieben wurde, versammelten sich zahlreiche Gäste, um die offizielle Präsentation mitzuverfolgen.

„Das Ziel ist nicht, ein hübsches Bild zu entwerfen, sondern der Geschichte einen Sinn zu geben. Die Post legt Wert auf diese Präzision zum Zeitpunkt der Lancierung einer Sondermarke über die Schlachten von Grandson und Murten. Vor 550 Jahren besiegten die Eidgenossen Karl den Kühnen nach harten Kämpfen. Dieses symbolträchtige Ereignis spiegle die Grundwerte der Schweiz wider – die gegenseitige Hilfe und die Demokratie – und bewahre gleichzeitig das kollektive Gedächtnis», erklärte Stefan Bühler, Leiter der Philatelie bei der Post.

Zahlreiche Vorträge und Ansprachen führten durch den rund zweistündigen Abend, der vorwiegend in französischer Sprache gehalten wurde. Für die Vereinsmitglieder war dieser Abend ein besonderer Meilenstein: Seit Jahren setzen sie sich leidenschaftlich für das monumentale Panoramabild der Schlacht von 1476 ein. Dass dieses historische Erbe nun durch eine offizielle Marke gewürdigt wird, ist nicht zuletzt ihrem unermüdlichen Einsatz zu verdanken.

Die Geburtsstunde dieses Projekts schlug bereits im Sommer letzten Jahres: Am 24. Juni 2025 gab die Schweizerische Post offiziell grünes Licht für die Gestaltung dieser Sonderbriefmarke. Anlass ist das bevorstehende 550. Jubiläum der beiden Schlachten – ein historischer Wendepunkt, der nun durch dieses filigrane Kunstwerk eine ganz besondere Würdigung erfährt. Damit schlägt die neue Marke eine kunstvolle Brücke zwischen der bewegten Vergangenheit und der lebendigen Gegenwart unserer Region.

Geschichte im Gepäck: Wenn Hab und Gut zum Denkmal auf der Marke wird

Die neue Sondermarke zeigt das Schloss Grandson und ein Detail, das heute fast amüsant wirkt: Das Heerlager von Karl dem Kühnen. Aus ständiger Sorge um seinen Reichtum schleppte der burgundische Herzog sein gesamtes Hab und Gut mit auf das Schlachtfeld. Statt eines schlichten Feldlagers glich seine Unterkunft einem „wandernden Palast“ voller Luxusgüter – ein historisches Kuriosum, das nun auf dem Postwertzeichen verewigt wurde.

Von der gewaltigen Leinwand auf das kleine Format

Ein kleiner Ausschnitt aus dem monumentalen Panorama, das Louis Braun in den Jahren 1893 und 1894 mit gewaltiger Pinselführung erschuf, bildet das zweite Herzstück der neuen Sonderbriefmarke. Braun arbeitete damals mit der Präzision eines Bildreporters: Innerhalb von nur zehn Monaten und mit der Unterstützung eines vierzigköpfigen Teams verwandelte er seine intensiven Geländestudien und historischen Recherchen in ein 1000 Quadratmeter grosses Meisterwerk.

Kulinarischer Ausklang und anregende Gespräche im Rathauskeller

Nachdem die Gäste tief in die Entstehungsgeschichte der Briefmarke eingetaucht waren, verlagerte sich das Geschehen in den stimmungsvollen Rathauskeller. Dort wurde ein ausgiebiger Apéro serviert, der den perfekten Rahmen für persönliche Gespräche und den Austausch über das Gesehene bot.

Stadtpräsidentin Petra Schlüchter und Markus Ith nutzten diesen Moment, um das Wort an die geladenen Gäste zu richten. In ihren Ansprachen würdigten sie nicht nur das neue Postwertzeichen, sondern auch das Engagement aller Beteiligten, die dieses Projekt zum Leben erweckt hatten. Es war ein geselliger Abschluss für einen Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie lebendig die Geschichte von Murten auch heute noch ist.