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Der Kopf in den Wolken – wenn Ideen Boden gewinnen

«Zehn Jahre nach seiner Gründung treibt uns noch immer derselbe Wunsch an: Menschen durch Licht zusammenzubringen. Dieses Festival ist vor allem eine menschliche Geschichte – getragen von Leidenschaft, Kreativität und gegenseitigem Austausch.» Stephane Moret

von Marianne Oppliger
am

«Zehn Jahre nach seiner Gründung treibt uns noch immer derselbe Wunsch an: Menschen durch Licht zusammenzubringen. Dieses Festival ist vor allem eine menschliche Geschichte – getragen von Leidenschaft, Kreativität und gegenseitigem Austausch.» Stephane Moret

Angesichts schwieriger politischer und klimatischer Themen erinnert das Lichtfestival daran, wie kraftvoll Licht sein kann – eine Einladung, mit optimistischen, hellen Gedanken die Welt zu erleuchten und gemeinsam Hoffnung zu verbreiten. Bei einem Rundgang durch die Gassen und die Stadtmauern bis hinunter zum Seegelände von Murten zeigen durchwegs zufriedene Gesichter: fröhliche Kinder, andächtige Spazierende, staunende und begeisterte Menschen.  

Kreative Köpfe mit lichtvollen Geistesblitzen kommen nicht nur von weit her nach Murten; unsere Gegend ist eine kreative und inspirierende Landschaft, wo nicht nur Gemüse, sondern auch Talente und Innovation gut gedeihen. Seit ihrer Kindheit bewegt Chris Kaltenrieder eine kaleidoskopische Innenwelt, in der Bilder und Sinne zu einem intensiven Kinofilm verschmelzen. Dieses farbige Innenleben treibt ihre künstlerische Arbeit an, auch wenn Geschmackserfahrungen gelegentlich thematische Herausforderungen mit sich bringen. Die Idee, Wolken für das Lichtfestival zu bauen, entstand in einem Restaurant, als Chris in Wolken verpackte Lampen entdeckte. Die Vorstellung, Wolken sprechen zu lassen durch Gewitter- und Regentöne oder sie gar duften zu lassen, stellte grosse Herausforderungen dar. Für die Umsetzung stehen ihr stets ihr Partner und Freunde zur Seite, mit denen sie schwierige Arbeitsprozesse umsetzt.  
 
«La tête dans les nuages» ist im Französischen eigentlich ein Schimpfwort, was aber die Kindheit von Chris widerspiegelt. Auf dem Bauernhof aufzuwachsen bedeutete für sie, den Kopf bei der Sache zu haben, wenn es darum ging, die verschiedenen Kartoffeln auf dem Laufband zu sortieren – eine Herausforderung für ein Kind, das stets seinen Gedanken nachging und irgendwo in den Wolken lebte. Die vielen Ideen von Chris Kaltenrieder passten nicht in das Bauernleben, ihre Talente blieben unbeachtet. Umso mehr lebt die Kunstschaffende heute ihre Ideen aus, und das Lichtfestival ermöglicht ihr eine grosse Bühne, wo viele ihrer Ideen eingebracht werden können. Auch sie ist Teil der grossen Lichtfestivalfamilie. 

Chris Kaltenrieder ist seit der Geburt des Lichtfestivals dabei und war stets aktiv mit kreativem Reichtum. Anfänglich eröffneten die Tambouren jeden Abend das Lichtfestival mit leuchtenden Schlägern, Westen und Mützen (von Chris genäht).  Ihre Töchter unterstützen ebenfalls begeistert das Festival, sind in der Dekogruppe aktiv und helfen, die Gassen in lebendig leuchtende Nischen zu verwandeln. Die Dekogruppe besteht aus freiwilligen Einwohner:innen, Schulklassen und Einzelhändler:innen, die sich über das Jahr treffen und verschiedene künstlerische Elemente entwerfen, um das Festival zu verschönern. In jedem Winkel erstrahlen liebevoll gestaltete Elemente: von reflektierenden Meeresfiguren in der Hauptgasse über fantasievolle Schwimmreifenkolonnen bis hin zu dynamischen, farbigen Gassen. Mit viel Leidenschaft und Kreativität haben die Mitglieder dekorative Elemente geschaffen, die perfekt zu den Installationen passen und dem Festival eine ganz persönliche Note verleihen. 

Die leuchtenden Fassaden werden von Antonio Pagano dekoriert, der als "Illuminati" mit seinen Lichtprojektionen bezeichnet wird. Ein grosses Dankeschön geht an die Dekogruppe.