Schloss Münchenwiler: Vier potentielle Käufer sind im Gespräch
Der Kanton Bern und die Gemeinde Münchenwiler informierten am Mittwochabend über den Stand der Dinge betreffend dem Verkauf des Schlosses. Vier Interessenten haben bis Ende Jahr Zeit, Vorschläge zur künftigen Nutzung zu unterbreiten.
Der Kanton Bern und die Gemeinde Münchenwiler informierten am Mittwochabend über den Stand der Dinge betreffend dem Verkauf des Schlosses. Vier Interessenten haben bis Ende Jahr Zeit, Vorschläge zur künftigen Nutzung zu unterbreiten.
Am Mittwochabend, den 12. Juni 2024, lud die Gemeinde Münchenwiler und der Kanton Bern zu einem Orientierungsabend im Gemeindehaus Münchenwiler ein. Gemeinderat Hans Richard konnte an diesem Abend viele interessierte Bürger aus Münchenwiler begrüssen. Daniel Conca vom Amt für Grundstücke und Gebäude und zwei Mitglieder der Firma Ecoptima führten transparent durch den interessanten Abend. Conca informierte noch einmal wie der Verkauf mit Baurecht von statten geht. Beim Verkauf unter Baurecht werden nur die Gebäude verkauft und das Land bleibt im Besitz des Kantons Bern.
Schloss zum Schnäppchenpreis
Das Schloss wurde zu einem Mindestpreis von 2.3 Millionen Franken und einer jährlichen «Mietzins» für die Ländereien von 50’000 Franken ausgeschrieben. Bis Ende 2023 konnten sich interessierte Personen, Stiftungen oder Firmen für den Schlosskauf bewerben.
Aus diesen Bewerbern blieben vier ernsthafte Interessenten übrig, die nun dem Kanton und der «Verkaufsjury» bis Ende 2024 ein Nutzungskonzept vorlegen müssen. In dieser Jury sitzen Vertreter der Gemeinde, Kirchengemeinde, Heimatschutzes und des Kantons Bern. Danach wird entschieden wer den Zuschlag erhält.
Schloss muss öffentlich zugänglich sein
Da auf dem Schloss einige Dienstbarkeiten eingetragen sind, unter anderem der Kirchengemeinde und der Gemeinde Münchenwiler, muss das Schloss grösstenteils für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Der Baurechtsvertrag mit dem neuen «Schlossherrn» soll 80 Jahre betragen. Danach fällt das Schloss zurück an den Kanton Bern (Heimfall).
Umzonung geplant
Mit dem Verkauf des Schlosses ist auch eine Umzonung des Schlossgrundstückes geplant, so dass der neue Besitzer auch die Möglichkeit hat, einen Betrieb gewinnbringend zu betreiben. Dies wird aber im Einklang mit dem Kanton und der Gemeinde passieren. Bei dieser Umzonung wird das Stimmvolk von Münchenwiler an einer Gemeindeversammlung das letzte Wort haben. Dies wird aber erst passieren, wenn der neue Besitzer feststeht, frühestens im Jahr 2025.
Bevölkerung stark mit dem Schloss verbunden
Die Bürger der Gemeinde Münchenwiler nutzten den Orientierungsabend und stellten den Vertretern des Kantons und der Firma Ecoptima viele Fragen und teilten auch ihre Wünsche und Ängste mit, die mit dem Verkauf des Schlosses einher gehen. Das Schloss Münchenwiler ist das erste Schloss im Kanton Bern, das unter Baurecht verkauft wird.
unsereRegion bleibt am Ball
Im Anschluss der Sitzung, lud die Gemeinde alle Anwesenden zu einem kleinen Apero ein, wo die Bürger sich noch einmal mit den Verantwortlichen austauschen konnten. Es war ein sehr gut organisierter und informativer Orientierungsanlass. Wir werden Anfang 2025 ausführlich über den neuen Schlossbesitzer berichten.
Weiterführende Informationen zum Schloss Münchenwiler
Bericht 10 vor 10 vom 30.01.24 über den bevorstehenden Schlossverkauf: Externer Link auf SRF
Geschichte des Schloss Münchenwiler (Quelle Wikipedia)
Es steht an der Stelle eines im 12. Jahrhundert errichteten Cluniazenserklosters, das 1448 in den Kriegen mit den Savoyern stark beschädigt, danach aber wiederhergestellt wurde und 1484 in den Besitz des nach dem Heiligen Vinzenz benannten Stiftes am Berner Münster kam. Nach der Einführung der Reformation im Jahre 1528 wurde das Kloster aufgehoben und 1535 an den Berner Schultheissen Hans Jakob von Wattenwyl-de Chauvirey (1506–1560) verkauft. Die Familie von Wattenwyl liess das Kloster in Teilen abbrechen und aus dessen Steinen etwa zwischen 1553 und 1557, wie mehrfach eingehauene Jahreszahlen beweisen, zu einem Schlossensemble umbauen, das an den vier Ecken je mit einem Turm befestigt war. 1668 ging es an die Familie von Graffenried über und blieb in deren Besitz bis 1932. Dionys von Graffenried (1815–1886) liess den Südflügel im klassizistischen Stil umbauen und errichtete, nachdem er seiner Frau zuliebe von der Reformierten zur Römisch-katholischen Kirche übergetreten war, eine Schlosskapelle mit Apsis.
Ab 1956 wurde das Schloss von der Volkshochschule Bern gepachtet und als Weiterbildungszentrum betrieben. Von 1986 bis 1990 liess es der Kanton renovieren. Ab 2001 wurde das Schloss an verschiedene Betreiber verpachtet