Go back
logo

Wechselausstellung «3 Seen» - Eine Reise rund ums Wasser

von Marianne Oppliger
am

Michel Roggo (1951) und Etienne Francey (1997) haben während eines Jahres in der Drei-Seen-Region am und im Wasser fotografiert (unsereRegion berichtete: "3 Seen" - Neue Wechselausstellung im Museum Murten). Ich habe mich von den Werken der beiden Künstler verführen und inspirieren lassen und nehme Sie mit auf eine kleine Reise rund ums Wasser.
                                
Sonnenuntergänge am Murtensee sind weitherum bekannt und beliebt, wohl eines der beliebtesten Fotosujets am See. Doch die Unterwasserwelt ist den meisten doch eher unbekannt. Was sollte man denn in unserem trüben Gewässer schon sehen? Michel Roggo - ein anerkannter internationaler Spezialist für Süsswasserfotografie - konnte sich nicht vorstellen, in unserem See ein brauchbares Foto machen zu können. «Da ist doch zu wenig Licht und alles ist zu verschwommen, das gibt bestimmt nichts Schlaues», so Michel Roggo. Seine Meinung hat er schnell geändert, als er im Ufergebiet zwischen den Seerosen untergetaucht ist: »Eine phantastische Welt in mystischem Licht, verzaubert durch tausende kleinste, vorüberziehende Fischlein, unglaubliche Farbnuancen in unterschiedlichem grün zogen mich stundenlang in diese neue Welt hinein. Noch nirgends auf der ganzen Welt habe ich so etwas Schönes gesehen, wie hier zu Hause vor meiner eigenen Tür! Für dieses Projekt zu arbeiten hat mir so unglaublich viel Freude bereitet.»

Heruntergefallene, farbige Blätter im und auf dem Wasser zogen den Herbst buchstäblich in tiefere Lagen. Die von der Sonne bestrahlten Blätter tanzten gemächlich im Rhythmus der Wasserbewegungen. Ein einmaliges Erlebnis, diesem Schauspiel beiwohnen zu dürfen!

Anders zeigt sich die Farbe des Wassers im Neuenburgersee. Verschiedene Blau- bis Türkistöne ergänzen und wechseln sich ab, eine Landschaft wie im Urwald oder gar in Avatar (Film)?

Etienne Francey hat zu Beginn dieses Projekts einfach mal in Google Maps nachgeschaut, wie die 3 Seen aussehen und welche Orte er kennt und welche nicht. Die meisten kannte er nicht und der zweite Schritt war dann, diese Orte zu besuchen und kennen zu lernen. «Ich bin fast täglich an diese Orte gegangen und die Reisen wurden zur Gewohnheit. Ich machte insgesamt 50000 Fotos, 3000 habe ich behalten und 30 Bilder gibt es hier an der Ausstellung.

«Das Ziel meiner Ausstellung war es, gewöhnliche, ganz normale Wildnis zu zeigen, Ausschnitte von einer Momentaufnahme, doch das kann sehr interessant werden, wenn wir einen überwältigenden Blick auf einen Ausschnitt legen», erklärt der 22-jährige Fotograf.
 
«Dieses Jahresprojekt war für mich wie Ferien, doch es braucht viel Zufall, um Fotos zu machen! Manchmal haben Sie an einem Tag nur zwei Fotos von Stockenten und sagen sich, morgen wird es besser sein. Morgen sehen Sie dann vielleicht nur einen Schwan und Sie haben gar kein Bild gemacht. Und dann merken Sie, dass Sie für die Ausstellung und das Buch 200 Fotos haben müssen!»
 
«Und es kann vorkommen, dass man eine riesige Möwe entdeckt, die gerade eine Ratte verspeist und hinterher nicht mehr fliegen kann, weil sie zu schwer geworden ist mit dieser Ratte im Bauch!»

Warum nicht einmal ein Foto auf den Kopf stellen und die Spiegelungen im Wasser als Hauptmotiv wirken lassen?

Die Ausstellung im Museum Murten ist noch bis zum 6.Oktober 2019 zugänglich.

Das Fotobuch der beiden Künstler ist in der Altstadtbuchhandlung Murten erhältlich (3 Seen/Lacs Michel Roggo/Etienne Francey; ISBN 978-3-85932-965-2).