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Der neue Unverpackt-Laden in Laupen feierte am Samstag Eröffnung

von Kathrin Aebi
am
Die beiden Initiantinnen Nadine und Claudia freuen sich über die Eröffnung ihres Ladens.

In meinem Artikel vom 30.10.2020 erinnerte ich an die bevorstehende Eröffnung des «unverpackt-Ladens» in Laupen und versprach Ihnen meinen Bericht vom Eröffnungstag (unsereRegion berichtete: Erster Unverpackt-Laden in Laupen öffnet seine Türen).

Letzten Samstag, dem 31.10.2020, öffneten Claudia Bärtschi und Nadine Helfer um 9:00 Uhr ihren kleinen Laden und haben bis Mittag, als ich bei ihnen eintraf, keine Pause machen können. Claudia stand vor dem Geschäft und schnaufte zum ersten Mal durch, wie sie mir freudestrahlend berichtete. Freunde, Bekannte, Einwohnerinnen und Einwohner von Laupen und Umgebung waren gekommen, um ihre mitgebrachten Behältnisse mit Lebensmitteln wie Reis, Hülsenfrüchten, Teigwaren oder Getreide aller Art, zu befüllen. Die meisten von ihnen hatten Fragen an die beiden jungen Frauen, bei denen es vor allem um die Herkunft ihrer Waren ging. Voller Stolz haben sie berichtet, dass das die grösste Herausforderung für sie gewesen war, die Anbieter, vorrangig aus der Schweiz und der Nachhaltigkeit verpflichtet, auszuwählen und mit ihnen Lieferverträge abzuschliessen. Sie bekamen auch Lob und Anerkennung zu hören über ihren Mut und ihr Engagement, in diesen krisengeschüttelten Zeiten auf Selbständigkeit zu setzen und sich der übermächtigen Konkurrenz der grossen Verteiler zu stellen.
 
Im Ladeninneren gingen wir zuerst zu den Lebensmitteln, die die Kundinnen und Kunden aus den in Reih und Glied nebeneinanderstehenden Spendern in ihre mitgebrachten Behälter füllen können. Claudia berichtete mir, dass sie die Spender im Vorfeld akribisch aus einer breiten Angebotspalette ausgewählt hätten, denn der Laden ist relativ klein und das Sortiment gross. Heute seien sie stolz, dass auf einer Breite von 2.4 Metern 32 Spender Platz haben, jeder mit einem anderen Produkt befüllt. Ich las die Beschriftungen an den Spendern und erfuhr von verschiedenen Hülsenfrüchten, Teigwaren, Getreideprodukten und Cornflakes und deren Herkunftsländer. Claudia versprach, mir den riesigen Sack zu zeigen, in dem sie die Cornflakes geliefert bekamen (siehe Bildstrecke).
 
Gleich daneben sind verschiedenste Kräuter- und Tee-Sorten angeordnet, vom Schwarz- über Früchte- bis zum Kräutertee. Auch Kaffeebohnen aus biologischem Anbau, geröstet von Café Gold-Bach in Toffen, entdeckte ich. Claudia bat mich, in meiner Kolumne auf ihr recht grosses Sortiment hinzuweisen, da sie auf ihrer Internetseite nur den grossen Überblick geben können. Diesen Wunsch erfülle ich gern und habe Fotos gemacht.

Dann schauten wir unter das grosse Regal, wo viele runde Tonnen stehen, und Claudia erklärte mir, dass sich verschiedene Mehlsorten zum selber Abfüllen darin befinden, wie Ruch-, Weizen- oder Dinkelmehl. Dazu gäbe es unterschiedlich grosse Schäufelchen je nach gewünschter Menge. Apropos Menge, es steht eine Waage bereit, denn vor dem Abfüllen des Lebensmittels muss das mitgebrachte Gefäss gewogen werden. An der Kasse wird dann die Gesamtmenge ermittelt, von der das Gewicht des Gefässes abgezogen wird.
 
Auf meine Frage, was passiere, wenn eine Kundin, ein Kunde zu wenige Behältnisse dabeihätte, zeigte mir Claudia ihre Angebote für diesen Fall. in einer Ecke lagen Leinensäckchen in verschiedenen Grössen, verschliessbare Glasbehälter und kleine Glasflaschen mit Klickverschluss. Sie seien darauf vorbereitet, sagte Claudia mit einem Augenzwinkern.  
 
In der Mitte des Ladens entdeckte ich Speiseöle, Essig, Honig, und verschiedene «FOODOO»-Produkte, wie Ketchup, Tomatensauce, Mayo, Senf. Claudia erzählte mir, dass diese Produkte des Herstellers in der Nähe von Bern aus aussortiertem Gemüse hergestellt werden.
 
Ein mit frischem Gemüse gefülltes Kistli erweckte meine Aufmerksamkeit und Claudia erklärte mir, dass der Laden nicht die Voraussetzungen böte, frisches Gemüse anzubieten. Deshalb haben sie mit der Gumme in Thörishaus vereinbart, dass deren Bio-Gemüse bei ihnen bestellt und jeweils dienstags in Kistli abgeholt werden könne.
 
Im grossen Kühlschrank in der Mitte des Ladens befindet sich ein Angebot an Bio-Milch und Milchprodukten, die sie von der Käserei in Lurtigen beziehen, wie ich von Claudia erfuhr.
 
Dann wandten wir uns der rechten Seite des Ladens zu, wo sich eine grosse Angebotspalette an Reinigungsmitteln für den Haushalt, an Körperpflegemitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs befinden, die genauso umfangreich ist, wie die der Lebensmittel. Ich kam den Erläuterungen zuhörend nicht mit dem Schreiben hinterher, zum Glück sagte mir Claudia, dass ich die Produkte und deren Hersteller auf ihrer Homepage finde. Zu Hause angekommen loggte ich mich auch gleich ein und erfuhr von Schweizer Herstellern für die nachhaltigen Produkte in Claudias und Nadines Laden, wie «Uni-Sapon» (Haushaltsreiniger), «Liebwerk» (Holzzahnbürsten), Sila-Seifen und PhytoVero Naturkosmetik von Dr. Keller.
 
Fast am Ende meines Besuchs hatte mir Claudia lächelnd eine kleine Kiste überreicht und berichtet, dass ihr auch in ihrer Rolle als junge Mutter die Natur am Herzen läge. So verwende sie nur waschbare Stoffwindeln. Mein Blick in die Kiste entlockte mir ein lautes «wunderbar», als ich die bunte Vielfalt an Windelhöschen von «windeline» erblickte. Denn vor 40 Jahren, als meine Kinder im Windelalter waren, gab es ausschliesslich Stoffwindeln, aber natürlich nicht so hübsche und praktische wie diese.
 
Als ich nach Murten zurückfuhr, fragte ich mich, ob wir in Murten auch einen Unverpackt-Laden brauchen, anstatt des x-ten Kleidergeschäfts? Ich würde mich freuen, wenn sich junge engagierte MurtnerInnen fänden, um frischen Wind ins Stedtli zu bringen.

Gutschein-Verlosung:

Beschreiben Sie eine Alltagssituation, in der Sie der Umwelt etwas Gutes tun, in einem Satz an oder per WhatsApp oder SMS an 079 294 07 71 .

Unter allen Einsendungen verlosen wir drei Einkaufsgutscheine für den Unverpackt-Laden in Laupen in Höhe von CHF 30.00. Einsendeschluss ist der 10. November 2020.