Air Brushen – Murtens Narren heben ab!
Die Fastnacht in Murten ist die Zeit der grossen Verwandlung. Wenn das Städtli im Konfettiregen versinkt, stellt sich für viele Narren die fundamentale Frage: Larve, Pinsel oder Air Brushen. Während die traditionelle Maske (Larve) seit Jahrhunderten zum festen Inventar gehört, greifen immer mehr Fastnächtler zur Schminke. Und das aus gutem Grund!
Die Fastnacht in Murten ist die Zeit der grossen Verwandlung. Wenn das Städtli im Konfettiregen versinkt, stellt sich für viele Narren die fundamentale Frage: Larve, Pinsel oder Air Brushen. Während die traditionelle Maske (Larve) seit Jahrhunderten zum festen Inventar gehört, greifen immer mehr Fastnächtler zur Schminke. Und das aus gutem Grund!
Der wohl grösste Vorteil geschminkter Gesichter ist die echte Verwandlung. Eine Maske ist starr, doch ein kunstvoll geschminktes Gesicht lebt. Jedes Lachen, jedes Augenzwinkern und jeder närrische Ausruf kommt direkt beim Gegenüber an. Man «ist» die Figur nicht nur, man spielt sie mit jeder Faser.
Monika Caduff Kessler verwandelt Gesichter seit 35 Jahren in bunte Geschichten, früher in ihrem Coiffeure Salon an der Hauptgasse, heute im alten Feuerwehrmagazin an der Bernstrasse. Es soll ihr letzter Auftritt mit der Spritzpistole sein.
Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist! (M.Caduff)
Wie geht Air Brushen?
Ein Kompressor erzeugt Druckluft, die durch einen Schlauch zur Airbrush-Pistole geleitet wird. Im Inneren der Pistole wird die flüssige Farbe durch den Luftstrom zerstäubt und als extrem feiner Farbnebel ausgestossen. Da kein mechanischer Kontakt stattfindet, entsteht eine perfekt glatte, gleichmässige Oberfläche. Die Technik ist ideal für weiche Farbverläufe und Schattierungen. Man kann Farben lasierend (durchscheinend) übereinanderlegen, um Tiefe zu erzeugen. Vorteil von diesem Schminkverfahren: kein Schwitzen, kein Jucken und volle Bewegungsfreiheit beim Tanzen und Feiern.
Nebel, Nadeln und ein enttarnter Maulwurf: Das Geheimnis des Füdlibürgers
Hinter den Kulissen der Murtner Fastnacht vernimmt man so manches – und eine fast schon geheimdienstliche Anspannung liegt in der Luft. Während Monika Caduff Kessler ihre Airbrush-Pistole mit ruhiger Hand führt und die Gesichter der „Alten Garde“ in farbenfrohe Kunstwerke verwandelt, liegt ein Hauch von Verschwörung in der Luft. Doch der feine Farbnebel dient diesmal nicht nur der Verschönerung, sondern auch als Kulisse für den wohl spektakulärsten Coup der Saison.
Die neunköpfige Truppe der „Alten Garde“ trägt eine schwere Bürde auf ihren Schultern: Sie sind die Schöpfer des diesjährigen Füdlibürgers. In unzähligen Stunden haben sie mit Nadel, Faden und handwerklichem Geschick die riesige Puppe konstruiert und genäht, die am Montagabend im Zentrum des närrischen Gerichts stehen wird. Dass ihre Arbeit streng geheim bleiben muss, versteht sich von selbst – eigentlich.
Denn in den vergangenen Jahren gab es ein Problem: Ein „Maulwurf“ innerhalb der eigenen Reihen hatte das wohlbehütete Geheimnis um die Identität des Füdlibürgers immer wieder vorzeitig ausgeplaudert. Doch in diesem Jahr schnappte die Falle zu. Um den Verräter zu entlarven, streute die Gruppe eine gezielte Falschinformation. Bis 30 Minuten vor dem Umzug glaubte mancher Insider, eine ganz andere bekannte Murtner Persönlichkeit sei zum Füdlibürger auserkoren worden. Erst im letzten Moment wurde das wahre Geheimnis gelüftet, während der Maulwurf im Trockenen sass. So wurde das diesjährige „Air Brushen“ für die „Alte Garde“ zum doppelten Sieg: Die Gesichter sitzen perfekt, die Puppe ist bereit und die Spionage-Affäre im Städtli ist endgültig Geschichte!
Die Überraschung war schließlich perfekt – und traf niemanden unvorbereiteter als das Opfer selbst: Jürg Flühmann. Er hatte mit der „Ehrung“, dieses Jahr als Füdlibürger herzuhalten, absolut nicht gerechnet. Nach dem ersten Schock überwog jedoch die Freude über die närrische Auszeichnung.