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«Singin’ in the Rain» im Schlosshof

Das Lichtfestival in Murten erstrahlt in neuem Glanz: Gassen tauchen in warmes Licht und Staunen liegt in der Luft. Zum 10-jährigen Jubiläum kehrt «Le grand bleu 2.0» (Porté par le Vent) zurück und entführt Besucher erneut in die Unterwasserwelt der Hauptgasse. Ein magisches Spektakel, das Kunst, Licht und Stadt miteinander verbindet.

von Marianne Oppliger
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Das Lichtfestival in Murten erstrahlt in neuem Glanz: Gassen tauchen in warmes Licht und Staunen liegt in der Luft. Zum 10-jährigen Jubiläum kehrt «Le grand bleu 2.0» (Porté par le Vent) zurück und entführt Besucher erneut in die Unterwasserwelt der Hauptgasse. Ein magisches Spektakel, das Kunst, Licht und Stadt miteinander verbindet.

Dass Murten heute auch im Winter leuchtet, ist einer engagierten Gemeinschaft zu verdanken: Ohne die Unterstützung der Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg, die Beiträge aus der NPR, die Unterstützung des Staatsrates und des Amtes für Kultur sowie ohne das kontinuierliche Engagement der Stadt Murten, ihrer Einwohnerinnen und Einwohner, der Freiwilligen, Partner und Sponsoren hätte das Festival nicht realisiert werden können. Dank dieses gemeinsamen Engagements konnte sich das Lichtfestival dauerhaft in der Kulturlandschaft etablieren und die anfänglichen Erwartungen Jahr für Jahr übertreffen. 

Eine Vielfalt an Lichtinstallationen internationaler und nationaler Künstlerinnen und Künstlern lässt Murten in multimedialem Licht erscheinen. Der aus Murten stammende Künstler und Videograf, Adrian Scherzinger, ist einer der tragenden Pfeiler und seit den Anfängen des Lichtfestivals Murten dabei. Seine Werke erwecken poetische Geschichten zum Leben. 

Adrian Scherzinger ist seit 2016 als Kunstschaffender am Lichtfestival dabei und erzählt gerne auch über die Zeit mit der «Lichtfestivalfamilie»: 
«Das Zusammenspiel mit dem gesamten Team rund um das Lichtfestival ist an sich schon ein wunderbares Erlebnis und fühlt sich an wie eine grosse Familie. Man wächst zusammen, zieht am gleichen Strang und man arbeitet auf das gleiche Ziel hin – das erfüllt mich und stimmt mich glücklich. Während des Festivals bin ich jeden Abend mit meiner Kamera unterwegs und fange kurze Szenen von Künstler:innen und Helfern ein - möglichst von allen, die irgendwie involviert sind. Der zusammengeschnittene Film wird jeweils bei einem internen Zusammentreffen vorgeführt – ein freudiges Erlebnis für die Lichtfestivalfamilie, wo Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber allen Mitarbeitenden ausgedrückt wird. 

Das Lichtfestival-Team mit über 300 Helferinnen und Helfern ist für mich wie eine grosse Familie geworden!

Es sind für mich die zwei schönsten Wochen des Jahres - so wie für andere die Fastnacht. Für mich ist es das Highlight des Jahres. Hier kann ich als Künstler arbeiten, meiner Fantasie freien Lauf lassen, Projekte schaffen, vor Ort sein und erleben, wie rund 60`000 Menschen mein Werk anschauen und mitmachen – das ist ein riesiger Lohn! 
 
Bei meinen Projektionen an der Aussenwand des Museums, das war von 2016-2020, habe ich oft beobachtet, dass Menschen bei ansprechender Musik sofort in Bewegung kommen und mittanzen. An der Kirchenmauer der Französischen Kirche konnten Zuschauer im Folgejahr aktiv mit ihrem eigenen Schatten tanzen, was gut funktioniert hat. Über vier Jahre produzierte ich die Videoproduktionen an den Innenwänden in der Deutschen Kirche. «Synesthesia», eine Tanzshow mit einer Gruppe Jugendlicher Frauen war erneut eine interaktive Produktion, die bestens funktioniert hat.  
 
Ströhmender Regen mit Gewittern untermalt, ein leuchtender Regenschirm in der Hand und «Singin’ in the Rain» - da bleibt kein Bein still! Kunst durch interaktives Einbeziehen des Publikums macht mir besonderen Spass - Lebensfreude wird sichtbar – das ist mein Beitrag zur Jubiläumsausgabe. 

Mein Projekt ist ein Zusammenspiel unter Einbezug von Schulklassen aus Murten und Villars-sur-Glâne, welche für die Dekoration an den Schirmen zuständig waren. Die Blumen wurden erneut eingesetzt und stammen aus einer OS-Klasse aus Domdidier. Kinder und Jugendliche erleben, wie Engagement sie zu einem Teil des Ganzen werden lässt, was sich auch in diesem Jahr deutlich in der Installation «Trésors Mythiques» im Lindensaal zeigt. Rund 250 Schülerinnen und Schüler aus Domdidier beteiligten sich im Unterricht in den Fächern Visuelle Kunst, Kreative Handarbeit, Musik und MITIC an der Gestaltung einer eigenen Arteplage. 

In der nächsten Ausgabe erfahren Sie mehr über die Murtner Künstlerin Chris Kaltenrieder und das Deko-Team, das die hinteren Gassen belebt und beleuchtet.