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Murtens IdealistInnen – Grenzenlose Kreativität

HandwerkerInnen, VerkäuferInnen, MacherInnen - IdealistInnen. Männer und Frauen, die es gar wagen, ihren Traum vom eigenen Geschäft zu verwirklichen, oder ihre Leidenschaft zum Beruf machen. Möchten Sie ein paar von ihnen kennenlernen?

von Karin Ledermann
am

HandwerkerInnen, VerkäuferInnen, MacherInnen - IdealistInnen. Männer und Frauen, die es gar wagen, ihren Traum vom eigenen Geschäft zu verwirklichen, oder ihre Leidenschaft zum Beruf machen. Möchten Sie ein paar von ihnen kennenlernen?

Heute stelle ich Ihnen Susann vor. Ich lernte sie – und ihre 3D-Karten - vor kurzem am Kunsthandwerkmarkt Murten kennen. Sie erzählte, dass sie diese Wunder-Karten-Kunst-Werke selber herstelle und für eine Karte gut und gerne einen ganzen Tag brauche. Diese Frau wollte ich ein bisschen näher kennenlernen und ich vereinbarte einen Besuch bei ihr.

Mit dem Eintritt in Susanns Wohnung am Speichergässlein betrat ich eine andere Welt. Susann ist unübersehbar eine leidenschaftliche Sammlerin. Ein altes Puppenhaus lädt zum Staunen ein, es ist wunderbar eingerichtet. Vorhänge, Kissen auf den Sofas, ein gedeckter Tisch, die Mini-Püppchen fein angezogen, Bilder an den Puppenhauswänden – alles selbstgenäht, gestrickt, gemalt. In Vitrinen sind alte Porzellanpuppen, Teddys, Figürchen, ein kleines Karussell – unmöglich, alles auf einmal aufzunehmen.
 
Vor sechzehn Jahren sind Susann und ihr Mann von Bern nach Murten gezogen. Susann ist gelernte Coiffeuse und eine unglaublich kreative Frau, die immer wieder Neues ausprobiert.

Eine Zeit lang stellte sie Porzellanpuppen her. Sie goss Köpfe, Hände und Füsse, schneiderte Kleider, malte Augen, klebte Wimpern. Im Schloss Bümpliz stellte sie die Puppen aus und verkaufte sie. Bis sie Lust auf Veränderung hatte und zu malen begann. Zuerst versuchte sie sich in Bauernmalerei, bemalte daheim alles, was sich bemalen liess, dann wandte sie sich der Öl- und schliesslich der Aquarellmalerei zu. Ihre Kopien einiger Ankerbilder sind beeindruckend! Aber vor etwa sechs Jahren legte sie Pinsel und Leinwand beiseite und entdeckte die Faszination von 3D-Karten. Wie sie auf die Idee gekommen ist, weiss sie nicht zu sagen. Sie arbeitet mit Bastelpapier, sucht nach Motiven im Internet, sie druckt, stanzt, prägt, leimt, faltet, klebt, schneidet, bastelt. Es sind wahre Kunstwerke, die sie herstellt, jede Karte ein Unikat.

Zu bewundern (und kaufen) sind die Karten am Kunsthandwerkmarkt in Murten und vor Weihnachten verkauft sie sie während ein paar Tagen in Montesallet (Senioren- und Behindertenwohnungen Murten).
Im Montesallet besuchen sie und ihr Mann regelmässig die Bewohner; sie bringen einen Kuchen mit, trinken mit ihnen Kaffee oder veranstalten einen Spielnachmittag.

Was, so überlege ich mir, während ich Ihnen von Susann erzähle, wird sie unternehmen, wenn die Phase der 3D-Karten vorbei ist? Ich bin gespannt und werde Sie auf dem Laufenden halten.