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Gratislektüre aus einer ehemaligen Telefonkabine

von Karin Ledermann
am

Ich bin eine Leseratte und wenn ich auf meinem Nachttisch nur noch ein ungelesenes Buch habe, werde ich unruhig und brauche dringend Nachschub. Natürlich schmökere ich gerne in Buchhandlungen, lasse mich dort auch gerne beraten und lese im Internet Rezensionen. Aber manchmal – oft am Wochenende, wenn die Buchhandlung geschlossen ist - mache ich einen Spaziergang zur Bücherbox vor dem Berntor. Dort erwartet mich eine immer andere Auswahl von Büchern jeglicher Genres.

Ich lege mein zuletzt gelesenes Buch ins Regal und dann tauche ich ab...ich schaue mir Titel und Autoren an, blättere durch Buchseiten. Aus einem Buch fällt ein Lesezeichen (Ansichtskarte aus Dubrovnik), bei einem anderen sind mehrere Stellen mit Leuchtstift markiert und bei einem weiteren sind unzählige Seiten in der Ecke umgeschlagen. Ich überlege mir, wem die Bücher gehört haben. Wurden sie sorgfältig ausgewählt – sozusagen erwählt –, bekam man sie geschenkt oder gar aufgedrängt? Verschlang man sie gierig, oder kämpfte man sich von Seite zu Seite und legte sie irgendwann enttäuscht oder frustriert weg? Stellte man sie in die Bücherbox, weil man sie loswerden, oder weil man einem anderen ein Geschenk machen wollte?

Die Geschichten, Erfahrungen, Berichte und Märchen, die zwischen zwei Buchdeckeln warten, wollen entdeckt und gelesen werden - immer wieder. Hier, in der Bücherbox haben sie die Chance, weitergereicht zu werden – von Leser zu Leser, wie es ihrer Bestimmung entspricht. Ein Besuch der Box ist immer ein Erlebnis, schauen (staunen) Sie rein!