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Forstarbeit: Was die regionalen Bauern im Winter tun

von Joel Rathgeb
am
Im Winter nutzen viele Landwirte die Zeit, um unsere Wälder zu pflegen.

Aufmerksame Spaziergänger haben es schon länger bemerkt: Im Waldstück bei der Weggabelung kurz vor Chandossel wurden viele Bäume gefällt, die meisten davon Buchen. Spaziergänger berichteten, dass sich das Landschaftsbild verändert habe. «Dies ist manchmal nötig und muss sein, damit die Sicherheit für Spaziergänger und Autofahrer gewährleistet bleibt», erklärt Bernhard Müller. Müller weiss, wovon er spricht. Er ist Landwirt und arbeitet im Winter häufig als Holzfäller. 
 
Landwirte dürfen eine kleine Anzahl an Bäumen in Eigenregie fällen. «Sobald es aber mehr als ein paar wenige Bäume sind, muss dafür die Erlaubnis des Försters vorliegen», erklärt er. Das Holz verwende Müller fast ausschliesslich zu Heizzwecken auf dem eigenen Hof in Wallenried. Wenn man aber besonders schöne Bäume fälle, würden diese weiterverarbeitet für Möbel, Häuser usw.

Für viele Bauern ist es ein Ritual, im Winter den Wald zu pflegen.

Wichtig sei die Sicherheit, denn bei Forstarbeiten könne schnell ein Unfall passieren. «Holzfällen ist nach der Einschätzung der SUVA eine der gefährlichsten Arbeiten», so Müller. Achten müsse man zum Beispiel auf die Fälltechnik und das Gelände, auf dem der Baum steht. Man müsse sich im Klaren darüber sein, dass ein Baum nach dem Fällen nicht immer direkt lieben bleibe, sondern, je nach Gelände, auch noch einige Meter rollen könne. «Auch Äste, die abbrechen können, wenn der Baum fällt, sind zu beachten. Grundsätzlich sollte man Forstarbeiten nie alleine erledigen.»

Bernhard Müller beim Fällen eines Baumes in Wallenried

«Für viele Bauern ist es ein Ritual, im Winter den Wald zu pflegen», erklärt Müller. So auch für ihn. Denn reich werde man damit sicher nicht. «Für einen Kubikmeter Holz bekommt man am Markt zwischen 30 und 100 Franken, je nach Art und Qualität. Ein kleinerer Baum liefert ungefähr 0.2 Kubikmeter Holz, während ein mächtiger Baum schon Mal 2 Kubikmeter abgibt.» Doch je nach Zustand und Lage könne es mehrere Stunden dauern, einen grossen Baum zu fällen und abzutransportieren.