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Alljährliche "Seeuferputzete" des TV Muntelier trotz Corona erfolgreich durchgeführt

von Kathrin Aebi
am

Das Wetter am gestrigen Samstagmorgen sah noch nicht verheissungsvoll aus, es nieselte und der Himmel war trüb, als sich die Mitglieder des Turnvereins Muntelier gegen 8 Uhr versammelten und der Gemeindepräsident von Muntelier, Pascal Pörner, eine kurze Dankesrede an sie richtete. Seit 2014 engagiert sich der TV Muntelier, einer der grössten Vereine der Gemeinde, mit Unterstützung der Mitarbeiter des Werkhofes für die Säuberung des Uferabschnittes nach dem Winterhalbjahr. «Wir stellen unsere Arbeitskraft zur Verfügung», erläuterte mir Fahrettin Calislar, Vorstandsmitglied des Vereins, und die Gemeinde sorgt mithilfe der Werkhofmitarbeiter für den Abtransport und die Entsorgung von angespültem Schwemmholz und Schilf, aber auch von Abfällen unserer Zivilgesellschaft.
 
Gegen 9:30 Uhr traf ich nicht unweit der La Cabane auf eine Gruppe, die sich nach dem morgendlichen Einsatz gemeinsam mit den Werkhofmitarbeitern eine kleine Pause gönnte. Die Schubkarren waren voll, die Werkhof-Kleintransporter waren gerade von einem Abtransport zurückgekehrt.

Danach radelte ich weiter zum Badeplatz Muntelier, wo ich die Jugendriege in Begleitung ihres Trainers, Bernhard Dick, beim Abfallsammeln antraf. Ihre Säcke waren noch nicht voll, ich bin geneigt zu sagen, zum Glück, denn was sich darin befand, hat nichts im Schilf am Seeufer zu suchen: PET-Flaschen, Alu-Dosen, Glasflaschen, Verpackungsfolien. Als ich sie bat, sich zu einem gemeinsamen Foto aufzustellen, waren alle sofort begeistert dabei, wie auf den Fotos zu erkennen ist.

Fahrettin Calislar traf ich in einer kleinen dritten Gruppe an, die gerade damit beschäftigt war, die Überreste einer «Corona-Party» einzusammeln. Fassungslos schauten wir auf eine Feuerstelle, in die zerschlagene Bierflaschen geworfen worden waren, die Teilnehmer hatten scheinbar wissen wollen, ob ihr Lagerfeuer heiss genug sei, um Glas zum Schmelzen zu bringen. Ringsherum lagen weitere Flaschen für alkoholische Getränke unterschiedlicher Grösse. Was für einen verheerenden Anblick diese Fundstelle auf die Gruppe bei ihrem Eintreffen gemacht haben muss, liessen die vollen Kehrichtsäcke nur erahnen. Auf meine Frage, was ihres Erachtens nach von Seiten der Politik gegen diese Art von Umweltverschmutzung vonnöten sei, kamen Argumente wie:

  • Umweltschulung für Kinder und Jugendliche durch Eltern und Erzieher;
  • Regelmässige Kontrollen und Reinigung der Uferabschnitte durchführen, durch die Gemeinde-Vertreter oder Freiwillige;
  • Bei Ertappen von Umweltsündern diese büssen, ihre Personalien aufnehmen und auf der Homepage der Gemeinde publik machen und sie zu Reinigungsaufgaben verpflichten, was ebenfalls öffentlich gemacht werden müsse.

Solange solches Verhalten - die Verschmutzung der Umwelt - ungestraft bleibt, wird sich nichts ändern, resümierten die Anwesenden, und stellten die rhetorische Frage, in welcher Welt wir eigentlich leben wollten.

Als ich wieder heimfuhr, fragte ich mich, was die Murtener Vereine so auf die Beine stellen und für die Umwelt tun, aber nicht publik gemacht wird. Ich wolle sie anfragen, nahm ich mir vor.