Go back
logo

Der Kiwanisclub Murtensee spricht über Digitalisierung im Sport

von unsereRegion
am
(Symbolbild)

Präsident Lukas Schmutz konnte als Moderator an der Sport-Podiums-Diskussion rund um das Thema Digitalisierung folgende hochkarätige Sport-Grössen begrüssen: Kevin Lörtscher, Stéphane Chapuisat und Mario Rottaris. Als Erstes erzählte Stéphane Chapuisat kurz die Geschichte um den neuen Spieler, der seit anfangs Jahr bei YB spielt. Er legte dar, dass YB bereits im vergangenen Sommer einen ersten Kontakt mit Lecoultre gehabt habe, der Transfer habe dann aber nicht realisiert werden können. Nun im Winter sei genau dieser Spieler online von vier verschiedenen Spielervermittlern angeboten worden. Zum guten Glück hätten sie den richtigen Vermittler bereits gekannt. Dies alles sei ein Problem der Digitalisierung, der Mensch trete in den Hintergrund und alle Information über den Spieler würden sehr aufschlussreich mit sämtlichen wichtigen Daten online übermittelt. Dies sei gut; bevor aber YB einen Spieler transferiere, würden sie mit dem Spieler, dem Menschen sprechen und so abklären, ob dieser mit seiner Persönlichkeit und seinen Wertvorstellungen überhaupt zum Team passe oder nicht. Im Übrigen sei es bei derart vielen Mail- und WhatsApp-Anfragen schwierig, den Überblick zu behalten.

Kevin Lörtscher, wohnhaft in Murten, der nach einem schlimmen Autounfall - völlig unverschuldet - das professionelle Hockey-Spielen aufgeben musste, ist nun bei seiner zweiten beruflichen Karriere daran, als Coach und auch als Ernährungsberater junge Eishockey-Spieler zu beraten und an den Spitzensport heranzuführen. Das Coaching sei eine interessante, aber auch schwierige Aufgabe. Kevin Lörtscher meinte zur Ernährung und Digitalisierung, dass entsprechende Pläne durch Spezialisten organisiert und den Spielern online zugestellt, wichtig seien, dass aber jeder einzelne Spieler selber seine Erfahrungen machen müsse, was ihm guttue und was nicht. Mario Rottaris, ehemaliger Gottéron-Star-Spieler, legte zur Ernährung dar, dass zu seiner Zeit vor allem das sogenannte „Volumen-Essen“ praktiziert worden sei. Mindestens drei Teller Spaghetti oder viel Fleisch hätte es sein müssen. Zu seiner Zeit hätten sie allenfalls gemeinsam einen Brunch eingenommen. Die drei Sportler streiften ebenfalls das Thema Doping und Gesundheit.

Stéphane Chapuisat qualifizierte die heutigen jungen Fussballspieler als sehr professionell und meinte, die Jungen würden weder rauchen noch zu Drogen greifen, sondern einzig extrem viel Zeit in ihre eigene Karriere investieren. Schliesslich sprachen die Ex-Sportler auch über das Thema Kommunikation und Social Media. Dabei wurde sofort klar, dass in den früheren Gottéron-Zeiten die Mannschaft ab und zu auch gemeinsam in den Ausgang gegangen sei. Mario Rottaris legte kurz eine Story dar. Dies sei nicht so problematisch gewesen wie heute, wo über Instagram und Facebook sofort die ganze Schweiz wisse, wer wo gewesen sei. Aus diesem Grund würden die Clubs die Spieler auch über die Probleme von Social Media informieren und Schulungen durch die Pressechefs organisieren. Heute, so meinte Kevin Lörtscher, würden die Spieler eh nach den Matchs einfach alle nach Hause gehen und nicht mehr mit dem Team „herumziehen“.

Schliesslich sprachen die Podiumsteilnehmer auch über die sehr professionelle Digitalisierung im eigenen Trainingsbetrieb. Vorbereitung auf das Spiel, verschiedene taktische Analysen und danach innert weniger Stunden die Aufarbeitung, dies geschehe alles online. Im Übrigen wisse heute jeder Trainer auf Grund der Werte und der Tests in den Trainings, welche sämtliche Daten erfassen, wann ein Spieler welche Form habe und ob der Spieler physisch bereit sei. Es würden den Spielern über spezielle Apps sogar Übungen für das Training auf deren Smartphones geschickt. Die Podiumsteilnehmer waren aber einhelliger Meinung, dass die ganze Datenflut und die Digitalisierung etwas nicht ersetzen können, nämlich den Instinkt des Trainers zu den Spielern und den Einsatz der Taktik. Im Übrigen konnte das ebenfalls anwesende Kiwanismitglied Philippe Furrer eine Beurteilung zum Stand der Digitalisierung bei seinem Stammclub Fribourg-Gottéron abgeben. Die anschliessenden Fragen der Kiwaner zeigten auf, wie interessant, genial und spannend die Podiumsdiskussion gewesen war. Der Abend fand seinen Abschluss mit einem sehr guten Essen im Restaurant Kantonsschild in Gempenach.
 


Odilo Bürgy