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Murten will eine neue Dienststelle "Gesellschaft" und die Gemeinderäte anders entschädigen

Im Vorfeld der Generalratssitzung von heute Abend orientierte der Gemeinderat von Murten die Generalräte zum ersten Mal über das Ergebnis einer im Frühjahr durchgeführten Analyse der Aufgabenverteilung innerhalb des Gemeinderates und der Geschäftsleitung. Er schlägt vor, eine neue Dienststelle "Gesellschaft" aufzubauen, welche die beiden Ressorts Bildung, Jugend und Sport sowie Gesundheit und Soziales operativ besser unterstützen kann. Als zweite Anpassung wurde ein Vorschlag für ein neues, zeitgemässeres Entschädigungsmodell für die Gemeinderäte präsentiert.

von Guido Kaufmann
am

Im Vorfeld der Generalratssitzung von heute Abend orientierte der Gemeinderat von Murten die Generalräte zum ersten Mal über das Ergebnis einer im Frühjahr durchgeführten Analyse der Aufgabenverteilung innerhalb des Gemeinderates und der Geschäftsleitung. Er schlägt vor, eine neue Dienststelle "Gesellschaft" aufzubauen, welche die beiden Ressorts Bildung, Jugend und Sport sowie Gesundheit und Soziales operativ besser unterstützen kann. Als zweite Anpassung wurde ein Vorschlag für ein neues, zeitgemässeres Entschädigungsmodell für die Gemeinderäte präsentiert.

Stadtpräsidentin Petra Schlüchter erläuterte gegenüber den Generalräten eingangs die Entwicklungen, welche die Gemeinde Murten in den letzten knapp zehn Jahren durchgemacht hat. So sei – vor allem auch durch die Fusionen -  die Bevölkerung um 50% gewachsen und die Gemeindefläche mit den damit verbundenen Infrastrukturen habe sich verdoppelt. Die Analyse hätte ergeben, dass die Gemeinderäte heute zu stark operativ tätig sein müssten. Aus diesem Grund wird vorgeschlagen, eine neue Dienststelle "Gesellschaft" zu schaffen, welche die beiden Ressorts Gesundheit und Soziales sowie Bildung, Jugend und Sport stärker unterstützt. "Wir können heute kaum strategisch arbeiten und wichtige Projekte nicht genügend schnell vorantreiben", erläuterte Markus Ith vom Bereich Gesundheit und Soziales, als einer der direkt betroffenen Gemeinderäte die Situation. Das zweite Ressort, das entlastet werden soll, ist jenes für Bildung, Jugend und Sport von Alexander Schroeter. Der entsprechende Bereich wird von ihm direkt geführt, was bei fünf Mitarbeitenden alleine durch die Personalführung einiges an Zusatzarbeit mit sich bringe und im Nebenamt nicht immer optimal wahrgenommen werden könne.

In der neu geschaffenen Dienststelle würden die Bildung, ausserschulische Betreuungsangebote, Jugend, Alter, Integration, Soziales und Gesundheit zusammengezogen und wären dadurch gleichzeitig in der Geschäftsleitung auch besser vertreten. Der Vorschlag des Gemeinderates sieht dazu zusätzliche 0.7 Vollzeitstellen vor, was sich mit rund 120'000 CHF im jährlichen Budget niederschlagen würde. Das vorgestellte Modell sei nicht etwas Murten-spezifisches, sondern orientiere sich an Gemeinden vergleichbarer Grösse, führte Petra Schlüchter abschliessend dazu aus.

Im Kontext der Organisationsüberprüfung wurde auch das Entschädigungsmodell für die Gemeinderäte diskutiert, das seit nun 20 Jahren nie grundlegend angepasst worden ist. Hier wird vorgeschlagen, dass neu jeder Gemeinderat ein fixes 25%-Mandat erhält, das mit gesamthaft 46'100 Franken entschädigt wird und auch Sozialabgaben beinhaltet. Das Stadtpräsidium würde als fixes 60%-Mandat festgelegt und nicht mehr pauschal entschädigt. Trotzdem werde auch weiterhin ein ehrenamtlicher Beitrag erwartet und nötig sein, ergänzte die Stadtpräsidentin. Sie bat die Fraktionen, diesen Vorschlag bis zum 15. November zu prüfen, so dass das Thema in der Dezembersitzung nochmals diskutiert und dann innerhalb der Besprechung des Budgets 2022 darüber entschieden werden kann.