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Leserbrief: Die Biodiversität bleibt auf der Strecke

Im letzten Frühjahr liess der Gemeinderat von Greng das heckenartige Unterholz im Waldstreifen am Seeweg total abholzen. Es bot sich ein trauriges Bild. Der Lebensraum vieler Vögel und Insekten wurde zerstört. Jetzt, ein Jahr später, streckten die Sträucher und Gehölze zaghaft ihre Triebe und Zweige wieder gegen den Himmel, und erneut hat die Motorsäge brutal zugeschlagen. Alles wurde wieder abgeholzt!  Wozu soll das gut sein?

In dieser Hecke blühten Sträucher wie die Kornelkirsche oder der Schlehdorn, für  die Insekten wichtige Nektarpflanzen. Den Vögeln bietet eine solche Hecke Schutz, und im Herbst sind die Früchte eine wichtige Futterquelle für unsere gefiederten Freunde. Wo bleibt da der Respekt gegenüber der Natur? Wo bleibt da die Biodiversität?

Der ungebremste Rückgang der Artenvielfalt ist dramatische Realität. Es ist fünf vor zwölf und jeder Quadratmeter ökologische, nachhaltige Fläche zählt. Wir alle - und dazu gehört auch eine Gemeinde, ein Gemeinderat - sind dazu aufgerufen, etwas für die Artenvielfalt zu tun. Gerade die öffentliche Hand sollte, wo immer möglich, Flächen schützen und erhalten, die der Biodiversität dienen. Ich kann nicht nachvollziehen, was ein solches Unterfangen bringen soll. Das sind Steuergelder, die der Motorsäge zum Opfer fallen.
 
Ich appelliere an den Gemeinderat, in Zukunft auf ein solch sinnloses Abholzen dieses heckenartigen Unterholzes zu verzichten und hoffe, dass sich die Sträucher und Büsche möglichst schnell erholen und Insekten, Bienen und Vögel dort wieder einen Lebensraum finden.

Brigitte Laubscher,
Greng