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Politik /Leserbrief
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Einwohnerschikane oder Polizeibeschäftigung?

Unser malerisches Städtchen ist durchaus präsentierbar und ein Touristenmagnet, auch ohne Veranstaltungen. Trotz den unzähligen parkierten und fahrenden Autos und Motorrädern, die meiner Meinung nach das Stadtbild verfälschen. Die meisten dieser Blechkisten fahren lediglich durchs Städtchen, um durchzufahren und verursachen unnötigen Lärm und nehmen vor allem auch viel Platz ein!
 
Mit dem Fahrrad lässt es sich auch sehr gut durchs Städtchen fahren, vor allem wenn man darin wohnt. Nur wenn man sein Fahrrad vor seiner Haustüre an der Hausmauer abschliesst, gefällt das der Gemeinde Murten nicht. Das direkt an der Hausmauer abgeschlossene Fahrrad sei im Weg, was gar nicht möglich sein kann, denn man kann diesen Weg gar nicht an der Hausmauer entlang gehen. Mittlerweile die dritte Verwarnung, die ich an meinem Fahrrad habe, einmal haben sie mir mein Schloss geknackt und das Fahrrad mitgenommen, am Abend jedoch wieder zurückgebracht. 
 
Leider haben nicht alle die Möglichkeit, ihr Fahrrad in ihren Hausflur zu stellen. Verwahrungen gibt es für nicht sachgerecht parkierte Fahrräder. Es wird darauf hingewiesen, die dafür vorgesehenen Parkfelder zu benützen. Doch diese Plätze sind andauernd überfüllt, vor allem mit Fahrrädern von Touristen. Nur an einem Ort gibt es eine extra dafür installierte Vorrichtung, wo man sein Fahrrad diebstahlsicher abstellen und abschließen kann. Doch auch dort sind fast nie freie Plätze verfügbar. Fahrräder, die nirgends angekettet sind, werden heutzutage über Nacht gestohlen, was zu einer Anzeige bei der Polizei und zu mehr Arbeit für den Staat führt. Beim Schulhaus sind die Veloplätze für die Lehrer und die Schüler vorgesehen, im Städtchen gibt es Plätze für die Touristen. Was ist mit den Menschen, die hier leben und jeden Tag arbeiten gehen? Da sollte man meines Erachtens etwas toleranter werden. Der ehemalige Velofriedhof beim Stadtgarten wird regelmässig für Veranstaltungen benützt.
 
Ich finde es traurig, dass von der Gemeinde angeordnet wird, alle Fahrräder, die nicht an diesen überfüllten Plätzen sind, zu verwarnen und dann zu beschlagnahmen. Als Fußgänger muss man aufpassen, dass man nicht von einem Auto überfahren wird. Ich finde, Fahrräder machen eine Stadt lebhaft, ob fahrend oder abgestellt. Wenn man schon solche Gesetzte macht, sollte man doch bitte die Relation in Betracht ziehen und Lösungen oder Alternativen anbieten. Es gibt Städte/Gemeinden, die haben hierfür extra betonierte U's mit Überdachung. Autofrei, mit mehr Platz für alle, würde es nämlich auch funktionieren. Für Geschäfte und Restaurants würde es somit mehr Platz haben.
 
Ich frage mich, ob die Polizei der Stadt Murten keine besseren oder sinnvolleren Aufträge zu erledigen hat? Ich finde, als Einwohner der Stadt Murten sollte man das Recht haben, sein Fahrrad vor seiner Haustüre zu parkieren, solange es niemandem im Weg steht. Ich denke, das wäre sehr im Interesse vieler Stedtlibewohner und ich hoffe auf Vernunft und gesunden Menschenverstand der Gesetzesmacher.
 
 
Simon Imoberdorf, Murten