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Politik /Kommentar
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Nationalratswahlen 2019 - Warum tue ich mir das bloss an…?

Als politisches Greenhorn habe ich mich heuer bereit erklärt, in den Wahlkampf für einen Sitz im Nationalrat einzusteigen oder wohl besser, mich in dieses unbekannte Abenteuer zu stürzen. 

Meine bisherige politische Erfahrung, jedenfalls auf Gemeindeebene, ist bescheiden: 4 Jahre Gemeinderat in einer kleinen Gemeinde im Seebezirk. Besser sieht es auf Bundesebene aus, dort konnte ich in den letzten 4 Jahren viel Erfahrung mit dem parlamentarischen Betrieb und der Funktionsweise der Bundesverwaltungen als Präsident von TaxiSuisse sammeln. Hat mich dies motiviert, bei diesen Wahlen mitzumachen? Vielleicht, aber sicher nicht nur… Aber was dann?

Christoph Wieland steht vor einem seiner neuen Taxis. Sein Bruder Philipp sitzt hinter dem Steuer.

Vor ein paar Jahren schrieb ich anlässlich meines Jura-Studiums eine Arbeit über das Aufkommen von populistischen Parteien in Europa. Natürlich kam ich da nicht darum herum, mich auch vertieft mit der Demokratie als Staatsform auseinander zu setzten. Karl Popper, der Philosoph der offenen Gesellschaft bekannte: "Die Demokratie, so unvollkommen sie sein mag, ist es wert, dass man für sie kämpft." Isaiah Berlin zitierte Immanuel Kants einprägsamen Satz: "Aus so krummem Holz, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden." Daraus folgerte er: "Aus diesem Grund kann es in den Angelegenheiten des Menschen keine vollkommene Lösung geben – und jeder Versuch, solche Lösungen zu verwirklichen, mündet mit hoher Wahrscheinlichkeit in Leiden, Enttäuschung und Scheitern."

Obschon in den Worten dieser Philosophen ein Kern Wahrheit stecken mag, stellen sich alle 4 Jahre Bürger unserer Schweiz für die National- und Ständeratswahlen zur Verfügung, im Jahr 2019 so viele wie noch nie in der Geschichte unseres Landes. Sie machen dies im Glauben daran, Lösungen für die Zukunft zu finden. Vielleicht keine vollkommenen Lösungen, aber gute Lösungen für unser Land und für uns Bürger, denn zu den grossen Themen der letzten Legislatur wie die Gesundheitskosten, die Sicherung der Altersvorsorge, der Klimawandel, die Globalisierung, die Digitalisierung, die Verkümmerung des Mittelstandes, die wachsende Ungleichheit und die abnehmende Aufstiegsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft, die Weltordnung im postamerikanischen - möglicherweise chinesischen - Jahrhundert und Europas Platz darin, hatte das Bundesparlament nicht viel Zusammenhängendes, Durchdachtes, und Handlungsleitendes zu sagen gewusst.

Unsere Demokratie, unsere Freiheit und die liberale Gesellschaft gilt es zu verteidigen. Genau hier finde ich wohl für mich persönlich die wahre Motivation, ein Teil des Freiburger Wahlkampfes 2019 zu sein. Ich bin überzeugt davon, dass ich und wir als FDP für die genannten Werte und Probleme in Bern kämpfen müssen. Die Probleme unserer Zeit liegen auf der Hand, nicht so aber die Lösungen. Es gilt, als Kollektiv von links bis rechts die Zukunft anzugehen. Fangen wir an mit einer überlegten Wahl der Freiburger Vertreter im Bundesparlament am 20. Oktober 2019!

Christoph Wieland, christophwieland.ch

(eingesandt)