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Die Vorfreude auf den Murtner Trüffelmarkt steigt

von unsereRegion
am

Der Trüffelmarkt meldet sich nach einem Jahr Zwangspause am Wochenende vom 20./21. November mit mehr als 20 Aussteller*innen zurück (unsereRegion berichtete: Murtner Trüffelmarkt verschoben). Am Presse-Event berichtete Murten Tourismus über den Anlass und Fredy Balmer erzählte Wissenswertes über den Edelpilz und liess uns mit Hund Lola an der 'Trüffeljagd' teilhaben.
 
Fredy Balmer ist seit Jahrzehnten ein 'Caveur' – ein sogenannter Trüffeljäger. Als der ehemalige Küchenchef seine ersten 'schwarzen Diamanten' schürfte, war er schweizweit einer unter etwa 40 Caveurs; heute teilt er seine Leidenschaft mit drei- bis viertausend. Die Burgundertrüffel, die bei uns am häufigsten vertreten ist, hat jeweils von Sommer-Ende bis Dezember Saison. Aber auch den weissen Trüffel findet man – respektive Hund – hierzulande, vorzugsweise am Lac Léman. Leider war dieses Jahr nicht besonders trüffelfreundlich: Der Schlauchpilz mag es nicht zu nass, nicht zu trocken, nicht zu sonnig, nicht zu schattig und ja nicht zu windig. Er mag also von allem etwas, aber bitte nicht zu viel und nicht zu wenig.
 
In Salvenach befindet sich die Trüffelplantage, ein 'Feld' geimpfter Nuss- und Haselnussbäume, schwarzer Föhren und Buchen. Es braucht Geduld, bis man den aromatischen Pilz ernten kann – sieben bis fünfzehn Jahre! Lola, Fredy Balmers Hund, ist mit Begeisterung dabei, als es auf die Plantage geht. Zuerst dreht sie einige übermütige Runden bis sie an einem Baum innehält. Sie scharrt, wedelt wild mit dem Schwanz, legt sich flach auf den Bauch. Nun kommt Fredy Balmers Einsatz. Mit geübter Hand lockert er die Erde und hält kurz darauf zwei Knollen in der Hand. Lolas Belohnung ist ein Stück Käse. Diesmal hat sie ihre Aufgabe sehr gut gemacht. Beim nächsten Fund ist sie weniger diszipliniert. Sie scharrt, wedelt, scharrt... und schon verschlingt sie den schwarzen Diamanten gierig; Fredy Balmer nimmt's gelassen!

Das Angebot am diesjährigen Trüffelmarkt, so viel sei verraten - wird vielseitig sein. An den Marktständen, die mit ein, zwei Ausnahmen allesamt von Amateuren gestellt sind, wird keine importierte Ware zu finden sein. Die Anbieter verkaufen selbsthergestellte Produkte und Pilze, die sie mit ihren vierbeinigen Begleitern gefunden haben. Es sind Schweizer Trüffel und der einzige Nachteil wird sein, dass das Angebot irgendeinmal ausverkauft sein wird: "Es het, solangs het".
 
Die edelste Knolle verliert den Wert, wird sie nicht richtig zubereitet. Trüffel vertragen keine grosse Hitze, sie brauchen, damit sich ihr Aroma entfaltet, einen Geschmacksträger, also Fett. Damit der Genuss gross ist, darf man sich gerne vom Caveur beraten lassen. Nebst den Ständen werden im Festzelt Trüffelspezialitäten angeboten. Den Festauftakt organisiert am Freitagabend die Fastnachtsclique "Loubeschränzer" mit einem Fondue-Essen. Am Samstagabend findet das traditionelle Trüffel-Dinner statt, dessen Erlös der "Stiftung Brüttelenbad" zu Gute kommt.
 
Zum 8. Mal werden Trüffeljäger*innen, -hunde, -liebhaber*innen und alle Interessierten ihre kulinarischen Sinne verwöhnen dürfen und Murtens Altstadt wird gassauf, gassab von Trüffelduft erfüllt sein.