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Warum die NZZ Greng als Corona-Hochburg bezeichnet

Die NZZ hat in der Ausgabe vom 30. Juli 2020 aufgezeigt, in welchen Schweizer Gemeinden prozentual die meisten Coronafälle verzeichnet wurden. Greng gehört dabei zu den fünf Gemeinden in der Schweiz, die prozentual die höchsten Fallzahlen haben. Doch die Statistik ist mit Vorsicht zu geniessen.

von Joel Rathgeb
am

Die NZZ hat in der Ausgabe vom 30. Juli 2020 aufgezeigt, in welchen Schweizer Gemeinden prozentual die meisten Coronafälle verzeichnet wurden. Greng gehört dabei zu den fünf Gemeinden in der Schweiz, die prozentual die höchsten Fallzahlen haben. Doch die Statistik ist mit Vorsicht zu geniessen.

In der NZZ, die ihre Information aus einer Analyse von BAG-Daten bezieht, steht, dass Greng in der Kategorie 16.7 bis 33.4 Fälle auf 1000 Personen ist. Rechnet man das runter auf 174 Einwohner, sind das 3 bis 6 Personen. Auf Anfrage gab der Gemeindeammann von Greng, Markus Hediger, Auskunft: «Diese Angaben hat das BAG gemacht, sie haben also 3 bis 6 Meldungen erhalten, wo der Wohnort der infizierten Person Greng war.» Genauere Angaben macht der Kanton nicht. «Ich kenne die genaue Fallzahl nicht. Der Kanton hat mir leider keine Auskunft gegeben. Ich würde meine Bürger natürlich gerne informieren», so Hediger.
 
Es ist statistisch normal, dass bei tiefen Einwohnerzahlen einzelnen Fälle und damit der Zufall ein grösseres Gewicht haben. So kann schon eine angesteckte Familie die Statistik stark verfälschen. Dies erwähnten auch die Autoren des NZZ-Artikels.
 
Markus Hediger: «Wir haben nicht viel Öffentliches. Greng hat einen Badeplatz, da ist dokumentiert, wie man sich verhalten soll. Die 1. August-Feier wurde abgesagt, die Gemeindeversammlung verschoben. Wir halten die Richtlinien des Kantons und des Bundes strikt ein.»
 
Laut der Gesundheitsdirektion des Kantons besteht keinen Grund zur Unruhe.