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Murten und Umgebung /Leserbrief
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«Abbauprodukte von Fungizid im Trinkwasser»

Ich war immer stolz darauf, dass man in der Schweiz bedenkenlos Hahnenwasser trinken kann (ich bin eingebürgert, da ist man vielleicht noch stolzer). Auch hierzulande funktioniert natürlich nicht alles reibungslos, so meine Gedanken, aber das Schweizer Trinkwasser ist zumindest ohne Fehl und Tadel. Stimmt nicht! - erfahre ich jetzt im Murtenbieter-Artikel vom 10. Juli; zumindest nicht im Kanton Freiburg und insbesondere nicht im Seebezirk. Aber vielleicht ist ja nur der Bund schuld, der sich erfrecht, Chlorothalonil in seine Risikoliste aufzunehmen? Ich möchte dann allerdings nicht wissen, was ich sonst noch so alles trinke - lauter Stoffe, über die die Experten unter Umständen zwar schon jetzt Bescheid wissen, diese aber noch nicht auf die schwarze Liste gesetzt haben. Vielleicht kommt das nächstes Jahr. Die Chemielobby ist eben mächtig - diejenige der Bauern auch. Denn die Bauern werden im Artikel mit keinem Wort explizit als Verursacher der Misere erwähnt. Oder bin ich als Konsument wieder mal schuld? Das Hin- und Herschieben des Schwarzen Peters ist ein beliebtes Spiel. Und wie sehr wird der Grenzwert denn überschritten? Auch das lese ich nirgends. Bei 0,2 Mikrogramm statt 0,1 würde ich nur mit den Achseln zucken. Aber sind es vielleicht 10 Mikrogramm oder 1000? Schön jedenfalls, dass auch diese Umweltproblematik nicht länger unter den Teppich gekehrt wird. Ich hoffe nur, dass die Frist von zwei Jahren, um die Dinge zu bereinigen, auch tatsächlich eingehalten wird.


Susanne Sigrist, Greng