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Wallenrieder Landwirt erklärt den Bio-Anbau

Jahr für Jahr stellen mehr Bauern im Seebezirk vom konventionellen Anbau auf BIO um. Wir haben Bernhard Müller aus Wallenried gefragt, was es damit auf sich hat.

von Joel Rathgeb
am
Dieses Gerät entfernt Unkraut durch das sogenannte Hacken. Es hackt die schädlichen Pflanzen aus dem Boden, so dass diese verdorren. Deshalb ist für die Anwendung wichtig, dass Boden und Wetter danach trocken sind.

Jahr für Jahr stellen mehr Bauern im Seebezirk vom konventionellen Anbau auf BIO um. Wir haben Bernhard Müller aus Wallenried gefragt, was es damit auf sich hat.

«Wer vom konventionellen Anbau zum Bio-Anbau wechselt, darf keine synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel mehr verwenden», erklärt Bernhard Müller. Der Wallenrieder Landwirt bewirtschaftet seinen Betrieb seit Anfang Jahr nach biologischen Richtlinien. 

Die Umstellung dauert zwei Jahre, damit allfällige Rückstände abgebaut werden können und auch, dass sich der Boden und die Tiere an die neue Situation gewöhnen. Hat man einmal umgestellt, bringt der biologische Anbau diverse Vorteile, aber auch einige Nachteile mit sich. «Bei der Pflege der Pflanzen muss man nun viel stärker auf die Umwelt achten», so Müller. Die Unkrautbekämpfung durch Hacken (siehe Bildstrecke) funktioniere nur bei trockenem Boden und Wetter, sonst verdorre das Unkraut gar nicht erst, nachdem man es mechanisch bearbeitet hat. Wenn man synthetische Düngemittel verwende, habe man deutlich mehr Spielraum. «Ein weiterer Nachteil des Bio-Anbaus ist, dass der Ertrag stärker variiert. In einem guten Jahr kann man schon mal gleichviel Ertrag wie beim konventionellen Anbau erzielen, in einem schlechten Jahr sind es dann nur noch 20 oder 30 Prozent.» Generell könne man aber sagen, dass die Mehrarbeit und der entgangene Ertrag im Schnitt durch bessere Preise im Absatz kompensiert würden.

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