Trotz Gegenwind bleibt AGRI Freiburg mobilisiert
An der Generalversammlung in Portalban blickte die Agri Freiburg zurück auf ein ereignisreiches Jahr und stellt sich auf für die Herausforderungen, welche auf die Landwirte zukommen werden.
An der Generalversammlung in Portalban blickte die Agri Freiburg zurück auf ein ereignisreiches Jahr und stellt sich auf für die Herausforderungen, welche auf die Landwirte zukommen werden.
Am 30. Juni 2025 hielt AGRI Freiburg Freiburg – ehemals Verband Freiburger Bauern (VFB) – in Portalban seine ordentliche Generalversammlung ab, im Beisein von über hundert Mitgliedern und Gästen. Dieses jährliche Treffen, das im Zeichen von Zusammenhalt und Engagement stand, bot Gelegenheit, eine bewegte Zeit für die Freiburger Landwirtschaft zu bilanzieren. Geprägt von klimatischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, zeigte das vergangene Jahr einmal mehr die Widerstandskraft des Sektors und die Dringlichkeit, die Interessen der bäuerlichen Familien entschlossen zu verteidigen. In diesem anspruchsvollen Umfeld bekräftigt AGRI Freiburg seine Rolle als Stimme der Landwirtschaft und seinen Willen, gemeinsam mit der Basis den vielfältigen Belastungen entgegenzutreten.
Eine entschlossene Präsidentschaft
Seit seinem Amtsantritt im November 2024 setzt sich der Präsident von AGRI Freiburg gemeinsam mit dem Vorstand dafür ein, strukturelle und finanzielle Herausforderungen in der Landwirtschaft aktiv anzugehen. In einem Umfeld, das von Wetterextremen, geopolitischen Spannungen, administrativer Überlastung und Budgetdruck geprägt ist, will AGRI Freiburg mehr denn je eine faire Agrarpolitik 2030 verteidigen, sich ungerechtfertigten kantonalen Kürzungen widersetzen und die Freiburger Bauernfamilien mit einer zukunftsgerichteten, konstruktiven Vision unterstützen.
Zu den vordringlichen Anliegen zählt Digiflux, das digitale Bundesinstrument zur Erfassung von Betriebsmitteln. Als übertrieben und zu bürokratisch kritisiert, stiess es auf breite Ablehnung. Unterstützt von Freiburger Parlamentariern auf kantonaler und eidgenössischer Ebene setzt sich AGRI Freiburg für einen pragmatischeren Ansatz ein: Kontrollen sollen sich auf Handelsdaten konzentrieren, nicht auf einzelne Betriebe.
Solidarität zwischen Berg und Tal: eine nationale Aufgabe
Vor dem Hintergrund des Klimawandels, finanzieller Zwänge und des wachsenden Drucks durch Grossraubtiere erinnert AGRI Freiburg an die strategische Bedeutung der Alpwirtschaft. Die Sömmerung bleibt ein zentrales agronomisches und wirtschaftliches Instrument – auch für die Talregionen.
Angesichts klimabedingter Herausforderungen wie der Wasserversorgung ist zudem eine verstärkte Solidarität erforderlich.
Die Organisation setzt sich für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Regionen ein – im Geist der Solidarität zwischen Tal und Berg. Die Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft zu bewahren, bedeutet, der gesamten Branche eine nachhaltige und ausgewogene Zukunft zu sichern – von der Bewässerung bis zur Alpwirtschaft.
Ein Jahr starker bäuerlicher Mobilisierung
Die Bauernproteste 2024 markierten einen Wendepunkt für die Landwirtschaft. Die koordinierte, nationale Mobilisierung zwang den Bund zum Handeln. Konkrete Massnahmen wurden angekündigt: administrative Vereinfachungen, mehr Preistransparenz, der Erhalt steuerlicher Vorteile für Landwirte sowie eine Reduktion der ursprünglich geplanten Kürzungen im Agrarbudget 2026–2029.
AGRI Freiburg begrüsst diese Fortschritte und wird die Interessen seiner Mitglieder auch künftig mit Nachdruck vertreten.
Wetterextreme belasten die Kulturen
Das Landwirtschaftsjahr 2024 war besonders schwierig. Ein ungewöhnlich milder Winter, ein nasser Frühling, heftige Sommergewitter und ein früher Kälteeinbruch im Herbst beeinträchtigten die Erträge massiv. Diese Wetterextreme zeigen die konkreten Auswirkungen des Klimawandels auf die Produktion und unterstreichen die Notwendigkeit, politische und betriebliche Anpassungen rasch umzusetzen.
Ein geschätzter letzter Auftritt von Francis Egger
Die Generalversammlung wurde auch von der letzten Präsentation von Francis Egger, Vizedirektor des Schweizer Bauernverbands, in Freiburg geprägt. Vor seinem bevorstehenden Ruhestand trat er ein letztes Mal in unserem Kanton auf. Seine klaren und engagierten Beiträge wurden stets sehr geschätzt und unterstrichen einmal mehr die Bedeutung einer starken Vertretung auf nationaler Ebene.