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"Es ist eine Aufgabe, die man nur mit 100% Herzblut machen kann" - Martin Zbinden erzählt von den letzten 15 Jahren als Korpsleiter

Martin Zbinden hat in seiner Karriere als Kadettenkorpsleiter viele emotionale Momente erlebt. Im Interview mit uns erzählt er, was seine prägendsten Momente in seiner gesamten Kadettenzeit waren.

von Joel Rathgeb
am

Martin Zbinden hat in seiner Karriere als Kadettenkorpsleiter viele emotionale Momente erlebt. Im Interview mit uns erzählt er, was seine prägendsten Momente in seiner gesamten Kadettenzeit waren.

Joel Rathgeb: Was waren Ihre Tätigkeitsbereiche bei der Planung und Ausführung der Solennität? 

Martin Zbinden: Die Kadetten Murten sind in drei Teilbereiche aufgeteilt. Für die Musik ist Michel Brechbühl verantwortlich, für den Kadettensport Gino Fercher und für die Tradition und Vertretung gegen aussen bin ich es. Im Bezug auf die Soli bin ich verantwortlich, dass ein Kader bestimmt wird (Kaderprüfung), dass die Kadetten während dem Umzug zugsweise durch die Stadt marschieren und der Bevölkerung ein Defilee präsentiert wird. Diese Aufgaben bereite ich mit den Kadetten zum Teil während und zum Teil nach der Schule vor. Dazu kommen organisatorische Sitzungen mit der Schule, der Stadt Murten und dem Verein Ehemaliger Murtner Kadetten. Hierbei werden Abläufe (was geschieht wann und wo an der Soli) besprochen und bestimmt.

Was hat Sie motiviert, jedes Jahr diese grosse Aufgabe zu übernehmen?

Die Kadetten Murten während den letzten 15 Jahren als Korpsleiter führen zu dürfen, war vom ersten bis zum letzten Tag eine Ehre. Es ist eine Aufgabe die man nur mit 100% Herzblut für die Sache, sprich für die Kadetten, die Stadt und die Region Murten machen kann. Wenn ich den Jugendlichen während dem Umzug oder dem Defilee in die Augen schaue, sehe ich sofort, welche Wichtigkeit die Soli für sie hat. Sie sind stolz, ein Teil dieser Feier sein zu dürfen. Mehr Motivation kann einem niemand geben.

Was gefällt Ihnen nicht, was würden Sie gerne ändern an der Soli?

Die Kadetten Murten gehen seit mehreren Jahren mit der Zeit. Die Soli verändert sich stetig. Dies ist auch gut so. Eine Tradition kann nur am Leben erhalten werden, wenn es die Menschen, die sie leben, schaffen, Tradition und Zeitgeist zu vereinen. In Murten wurde und wird das sehr gut gemacht.

Was war ein prägender Moment in Ihrer Kadettenkarriere?

Es gab viele prägende Momente in meiner Kadettenkarriere. Als ich selber Kadett war, gab es zwei: Mein erster Zugführer prägte mich. Ich war in der sechsten Klasse, er in der neunten! Der zweite unvergessliche Moment war, als ich Armbrustschützenkönig wurde. So stolz wie ich an diesem Nachmittagsumzug, hinter dem Hauptmann an zweiter Stelle, durch die Hauptgasse lief, lief ich wohl nie mehr durch die Stadt.

Auch als Korpsleiter gab es wichtige Momente. Hervorheben will ich die Freundschaften, welche sich mit den anderen Korps entwickelt haben. Weiter war jedes Mal, wenn anlässlich der Feier in der Kirche oder später im Hotel Murten der Schlachtbericht gelesen wurde, ein spezieller Moment für mich. Einige der Hauptmannreden, welche anlässlich der Feier stattfinden, waren für mich ebenfalls sehr emotional. Die Rede von Youeen letzten Freitag war eine der besten und hat mich sehr berührt. Dann ist da noch mein letzter Umzug am vergangenen Freitagnachmittag. Zu wissen, dass ich das letzte Mal mit meinen Kadetten durch mein Stedtli laufe. Emotionen pur!!!

Was haben Sie Ihrem Nachfolger als Tipp mit auf den Weg gegeben?

Es gibt nur etwas, das wirklich wichtig ist in dieser Funktion. HERZBLUT, 100% HERZBLUT.