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Kultur /Kommentar
Ruth Wasserfallen

Gospelwochenende vom 30. Juni/1. Juli – ein persönlicher Rückblick

Der reformierte Kirchenchor Murten suchte Teilnehmende für einen Gospelworkshop, um zusammen mit der bekannten Sängerin Bernita Bush den Taufgottesdienst vom 1. Juli zu gestalten. Ich liebe Gospel, bin aber weder eine Sängerin, noch kann ich Notenlesen. Mutig, habe ich mich dann trotzdem angemeldet. Schliesslich soll man auch mit 60+ noch Herausforderungen annehmen und nicht immer nur machen, was man bisher auch schon gemacht hat. Um die 40 Personen jeden Alters trafen sich also am Samstag im Kirchgemeindehaus. Ich kannte nur Wenige. Kommt das gut? Der Umgang war jedoch sehr unkompliziert und herzlich. Erste Hürde: Einstehen nach Stimmen – dass es verschiedene gibt, weiss ich, aber wo und welche? „Setz dich mal zu „alt“, half Florian (war natürlich nur die Stimmlage gemeint). Nach Brain-Gym, Lachyoga, Muskelentspannung, Summen und Klopfen ging‘s hinter das Liedheft. Ups, etwa 10 Lieder und ich kannte der Spur nach etwa drei. Wie froh war ich doch, neben mir die geübte Chorsängerin Edith zu haben. Ich habe schnell gelernt, dass sie den Kopf ein bisschen näher zu meinem streckte, damit ich wieder auf die richtige Spur kam.

Zahlreiche Interessierte nahmen am Gospelworkshop teil. Foto: Nadine Calislar-Bangerter

Zum Mittagessen gab es eine grosse „Teilete“ alle hatten etwas mitgebracht und ich fand es sehr schön, auch den Mittag gemeinsam zu verbringen. Dann ging‘s schnurstracks weiter mit Wiederholen. Hatten wir das wirklich alles schon geübt? Vieles kam mir wieder fremd vor. Es erforderte meine volle Konzentration, aufs Blatt zu schauen und dann die Einsätze von Florian nicht zu verpassen. Um das Ganze noch ein bisschen zu steigern, gab es natürlich Wiederholungen, ganze, halbe, verschiedene Schlusssätze usw. Hilfe! Da half mir wieder meine Retterin Edith und zeigte mir auch noch den Weg auf dem Liedblatt. Plötzlich Unruhe und der Energiepegel stieg an. Bernita Bush gesellte sich zu uns und kurz darauf ging‘s in die Kirche zum Proben mit Bernita und Band. Das war dann nochmals eine andere Liga. Was habe ich mir da nur zugemutet? Es klappte nicht alles, aber die Freude und Zuversicht von Florian war ansteckend. Es machte unheimlich Spass.

Voller Einsatz beim Auftritt am Gottesdienst vom letzten Sonntag. Bernita Bush zeigt, was sie drauf hat. Foto: Nadine Calislar-Bangerter

Am Sonntag um 8 Uhr ging’s schon wieder los mit Einsingen und Proben. Obschon mir eigentlich Auftritte vor Publikum nichts ausmachen, wurde ich etwas „chribbelig“. Mit „Oh happy Day“ haben wir den Gottesdienst mit Taufe eröffnet – Bernita und Band haben uns mit ihrem Spirit und Power angesteckt und zum Schluss konnten auch die Gottesdienstbesuchter nicht mehr still in den Bänken sitzen. Genau das war gewollt. Für mich war es ein ganz tolles Erlebnis. Ich staune immer noch, was Florian Kirchhofer in so kurzer Zeit mit uns erarbeiten konnte. Ich war nämlich gar nicht die einzige Anfängerin! Und zum ersten  Mal in meinem Leben überhaupt hat mich jemand gefragt, ob ich nicht Lust hätte, regelmässig im Chor mitzusingen. So schrecklich kann es also nicht getönt haben.

Auch Lust bekommen in einem Projekt oder regelmässig mitzusingen? Nächster Treffpunkt am Donnerstag, 4. Juli, 19.30 Uhr beim reformierten Kirchgemeindehaus oder Auskunft bei Florian Kirchhofer unter der Nummer 078 892 43 30 oder per Mail unter florian.kirchhofer@kirche-murten.ch.