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Handwerksberuf Zimmermann - Interview mit Beat Graf von 2G-works in Murten

von Marianne Oppliger
am

Beat, es gibt verschiedene Namen für Deine Berufssparte wie Zimmermann oder Schreiner. Was gibt es da für Unterschiede?

Früher waren diese Berufe klarer voneinander getrennt, heute greifen sie viel mehr ineinander und überschneiden sich. Auch die Digitalisierung hat dabei einen grossen Beitrag geleistet. Ich würde unsere Berufstätigkeit als Holzbauer light bezeichnen, weil wir fast alles anfertigen, von Dachsanierungen, Innenausbau, Holzterrassen über Parkett, Möbel u.v.m. eben ein Mix aus Zimmermann und Schreiner. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass der Zimmermann eher die gröberen Holzarbeiten macht und der Schreiner die feineren. Als Kleinunternehmen macht es natürlich Sinn, ein grosses Spektrum abdecken zu können.
Eine Eiche hat ja auch nicht nur eine einzige Wurzel,welche den ganzen Baum stützen muss...

Was gefällt Dir an Deinem Beruf als Zimmermann?

Die Arbeit mit Holz, einem natürlichen nachwachsenden Rohstoff, kreativ sein zu können und Ideen zu entwickeln, finde ich seit meiner Kindheit inspirierend. Handwerkliche Arbeit hat mir schon immer gefallen. Bei uns haben wir zu 90% direkten Kundenkontakt - im Gegensatz zum Grossbetrieb, wo viele Arbeitsabläufe von verschiedenen Angestellten angefertigt und ausgeführt werden. Wir sind über die ganze Bandbreite und mit allen Arbeitsabläufen von der Erstberatung bis zum Montieren auf Platz mit dem Kunden in Kontakt, das macht unser Angebot besonders vielfältig aber auch höchst anspruchsvoll.

Welche Eigenschaften oder Voraussetzungen sollte ein angehender Zimmermann mitbringen?

Teamfähigkeit sowie ein räumliches Vorstellungsvermögen sind sicher wichtige Voraussetzungen, die vorhanden sein sollten. An der frischen Luft und bei jedem Wetter zu arbeiten mit einem Quantum Robustheit, ist natürlich auch eine Bedingung. Schmutzige Kleider gehören ebenfalls zu unserem Beruf, da kann man nicht zimperlich sein.
Freude haben, etwas zu konstruieren und zu gestalten ist sicher auch von Vorteil.

Wie würdest Du Deinen Beruf jemandem schmackhaft verkaufen?

Das Tollste ist immer das Resultat. Man sieht, was man gemacht hat. Ich finde halt, mit einem nachwachsenden Rohstoff zu arbeiten, ist eine schöne Aufgabe und ich bin gerne draussen. Als positiver Nebeneffekt ist man durch die körperliche Arbeit immer durchtrainiert!
Die Auseinandersetzung mit Holz ist enorm spannend. Z.B. setzt sich unser Betrieb seit Jahren mit Mondholz auseinander. Die Bäume werden nur bei abnehmendem Mond und im Winter geschlagen. Das Holz hat besonders gute Eigenschaften und ist von Grund auf Formstabil, beim Fällen viel weniger feucht und nicht von Insekten befallen. Dieses Wissen haben unsere Urgrossväter und Instrumentenbauer schon zu nutzen gewusst.

Was würdest Du eher als schwierig bezeichnen?

Zeit haben! Heute muss alles viel effizienter abgehandelt werden. Früher war für alles einfach mehr Zeit vorhanden. Ebenso bietet heute das Internet viele Möglichkeiten: Es wird alles gegoogelt und nach Bildern gesucht. Die Kunden vergleichen dadurch mehr mit anderen Anbietern und verlangen sehr transparente Offerten. D.h. wenn wir am Markt bleiben wollen, müssen wir stets am Ball und up do date bleiben. Die Ansprüche sind sehr hoch angesetzt.

Kannst Du etwas über das Potential des Zimmermannberufs erzählen?

Riesig! Es ist ein enormes Potential vorhanden! Holz kann einfach fast alles, es werden nicht nur ganze Einfamilienhäuser, sondern sogar Hochhäuser mit Holz gebaut. Weil ein Holzhaus viel schneller aufgestellt ist, als ein konventionell gebautes, stossen diese auch bei den Architekten auf immer grösseres Interesse. Holz war schon immer ein beliebter, nachwachsender Rohstoff und wird es auch in Zukunft bleiben – Natur pur eben!
 
Vielen Dank für Deine Zeit Beat, ich wünsche Dir und Deinem Geschäftspartner Andreas Gutknecht weiterhin viel Erfolg, Freude und Begeisterung an der Arbeit mit Holz.

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