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Eine Murtner Detailhandelsfachfrau im Interview

von Marianne Oppliger
am
Ines Délétroz schulte sich mit 40 zur Detailhandelsfachfrau um. Dies braucht Mut und Wille, wie sie erzählt.

Frau Délétroz, Sie haben mit fast 40 Jahren noch einmal einen neuen Beruf gelernt. Wie hat es sich angefühlt, nach vielen Jahren wieder die Schulbank zu drücken?

Ines Délétroz: Ursprünglich lernte ich Coiffeuse und arbeitete fast 20 Jahre mit Leidenschaft auf diesem Beruf. Während sechs Jahren führte ich meinen eigenen Salon. Aus gesundheitlichen Gründen war es dann nicht mehr möglich, meinen Beruf weiter auszuüben. Für mich war klar, dass ich auch in meinem «hohen « Alter den Aufwand einer weiteren Ausbildung nicht scheute, weil ich einfach einen Abschluss in der Hand haben wollte. Das gab mir ein beruhigendes Gefühl für meine spätere Stellensuche! So begann ich mit bald 40 Jahren eine weitere Lehre im Verkauf, in der Modebranche, als Detailhandelsfachfrau.

In der Berufsschule durften wir z.B. keine Taschenrechner benutzen, das hat mir am Anfang viel Mühe gemacht, weil man keine Übung mehr im Kopfrechnen hatte. Solche Anstrengungen musste ich jedoch in Kauf nehmen und ich hielt mich immer wieder über Wasser, stets mit meinem Ziel vor Augen!

Es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen, ich schaffe das!

Was bereitet Ihnen Freude an diesem Beruf?

Grundsätzlich gefällt mir Mode und natürlich die zufriedene Kundin. Hier im Geschäft «Kleidi» in Murten ist es noch etwas spezieller als in einem herkömmlichen Damenmodegeschäft. Wir bieten Kleidergrössen von 38 bis 54 an und arbeiten mit speziellen Formen und leuchtenden Farbakzenten. Eine Frau zum Strahlen zu bringen und Mut, Neues auszuprobieren, finde ich eine besondere Herausforderung. Die Kundin ist Königin und wird stets freundlich und persönlich beraten und unterstützt, das gefällt mir besonders gut an meinem Beruf!

Seit wann gibt es das Label «Kleidi» und wer steckt dahinter?

Der erste Laden von Kleidi wurde 1991 in Basel von Yvar Niederberger gegründet, es folgten weitere, über 20 an der Zahl. Mittlerweile sind es noch neun Standorte mit Filialen in der Schweiz.

Der Onlineeinkauf, vor allem auch in der Kleiderbranche, macht es nicht einfacher und man muss heute spezielle und nicht alltägliche Kleider anbieten, um am Ball bleiben zu können.

Unsere Etikette zeichnet sich vor allem durch grosse Grössen mit modischem Akzent aus und Kundinnen probieren gerne vor Ort ihr neues Outfit aus. Extravagante Damenmode mit asymmetrischen Schnitten und Formen, oft mit mehreren Lagen übereinander, steht für unser Konzept.

Ein weiteres Plus stellt natürlich auch die Produktion der Kleider dar. Die Marke Niederberger wird zu 100% in Europa hergestellt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Persönliche Beratung ist in unserem Haus gross geschrieben!